19.05.2019, 08:59
Mehrere Feuer halten Feuerwehren im Alten Land in Atem

GRÜNENDEICH. Mehrere Brände in Grünendeich beschäftigten die Feuerwehren in der Nacht zu Sonntag. Nachdem zunächst zwei Mülleimer in Flammen aufgingen, loderte wenige Stunden später ein Feuer auf einem Hof. Es griff von einem Holzschuppen auf ein Wohnhaus über.

Mit einer Wärmebildkamera kontrolliert ein Feuerwehrmann die Werkstatt auf Glutnester. Fotos: Beneke
Die Einsatzkräfte konnten das Gebäudeensemble retten. Bereits vor drei Wochen trieb ein Brandstifter dort sein Unwesen. Den ersten Alarm löste die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle um 1.37 Uhr aus. Die Feuerwehr Grünendeich musste ausrücken, weil am Friedhof am Obstmarschenweg ein Müllcontainer brannte. Die Freiwilligen hatten das Feuer schnell gelöscht. Die Einsatzstelle war den Feuerwehrleuten nicht unbekannt. Vor drei Wochen brannte der Container schon einmal.

Sicherheitshalber kontrollierte der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jens Kleine weitere Müllcontainer in der Umgebung. In Mojenhörn entdeckte er einen brennenden Altkleidercontainer. Offenbar hatte ein Brandstifter die beiden Container angesteckt. Nach einer Stunde konnten sie wieder nach Hause zurückkehren. Vor drei Wochen brannten ihn einer Nacht auch Müllcontainer in der Fährstraße und an der Sporthalle am Striep. Die Feuerwehrleute brachen den Container auf und löschten das Feuer.

Plötzlich brennt ein Holzschuppen

Die Nachtruhe sollte jedoch nicht lange andauern. Gegen 4 Uhr melden Anwohner eines Wohnhauses auf einem Hof am Huttfleth, dass ein Holzschuppen neben dem Gebäude brennt. Umgehend machten sich Feuerwehren aus Grünendeich, Steinkirchen und Hollern-Twielenfleth auf den Weg. „Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, brannte der Schuppen in voller Ausdehnung. Das Feuer hatte bereits auf das angrenzende Wohnhaus übergegriffen“, berichtete Feuerwehrsprecher Matthias Brandt. Daraufhin ließ der Einsatzleiter, Grünendeichs stellvertetender Ortsbrandmeister Jan Gruhn, die Feuerwehr Mittelnkirchen sowie die Drehleiter vom Zug I der Stader Feuerwehr nachalarmieren.

Hier stand einmal ein Holzschuppen. Von dort nahm das Feuer auf dem verwinkelten Hof-Ensemble am Huttfleth seinen Lauf.

Unter schwerem Atemschutz bekämpften die Ehrenamtlichen das Feuer. Die Hitzeentwicklung war so stark, dass Fenster und -rahmen sowie auf dem Hof abgestellte Mülltonnen schmolzen. Das Feuer breitete sich auf eine Werkstatt im Erdgeschoss des Wohnhauses aus. Die Flammen schlugen meterhoch. Auch die Schlafzimmerfenster im ersten Obergeschoss waren pechschwarz vom Ruß. Um Glutnester ausfindig zu machen und ablöschen zu können, nahmen die Einsatzkräfte Teile des Daches und der Zwischendecken auseinander. Sie kontrollierten das Gebäude von innen und außen mit Wärmebildkameras. Weite Teile des Wohnhauses und eine angrenzende Lagerhalle konnten die Feuerwehrleute retten. Gegen 6 Uhr war der Einsatz für die rund 85 Feuerwehrleute beendet.

Vor drei Wochen gab es bereits Brandstiftungen

Der Sachschaden beläuft sich auf mindestens 50 000 Euro. In dem verschachtelten Gebäudeensemble befinden sich mehrere Wohnungen. Verletzte waren nicht zu beklagen, alle Bewohner konnten sich rechtzeitig ins Freie begeben. Die vorsorglich mit einem Rettungswagen angerückten Notfallsanitäter des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes mussten nicht eingreifen.

Mit einer Wärmebildkamera kontrolliert ein Feuerwehrmann die Werkstatt auf Glutnester. Fotos: Beneke

Warum der Schuppen in Flammen aufging, ist unklar. Beamte der Tatortgruppe der Stader Polizeiinspektion haben die Spuren des Feuers dokumentiert. Da sich dort in der Nacht augenscheinlich keine Maschinen oder technische Geräte befanden, liegt der Verdacht der Brandstiftung nahe. Der Bereich im Innenhof ist von der Straße nicht einsehbar. Zeugen könne sich unter der Telefonnummer 0 41 42/ 8 11 98 bei der Polizeistation Steinkirchen melden.

Defekter Rettungswagen sorgt für Ölspur

Die Notfallsanitäter des Deutschen Roten Kreuzes stellten beim Eintreffen am Brandort fest, dass Öl aus ihrem Fahrzeug, vermutlich hervorgerufen durch einen defekten Turbolader, austrat und eine Ölspur auf der Straße hinterlassen hatte. Die Verschmutzung ließ sich bis nach Hohenfelde zurückverfolgen. Die Feuerwehr Mittelnkirchen streute die Ölspur ab. Der nicht mehr fahrbereite Rettungswagen musste abgeschleppt werden.

 

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