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Solidarität mit Ukraine

Große Friedensdemos am Wochenende in Buxtehude und Stade

In Hamburg demonstrierten am Freitag Tausende für Frieden in der Ukraine. Foto: Jonas Walzberg/dpa

In Hamburg demonstrierten am Freitag Tausende für Frieden in der Ukraine. Foto: Jonas Walzberg/dpa

Gemeinsam gegen den Krieg: Die Menschen im Kreis Stade wollen am Sonnabend und Sonntag ein Zeichen setzen. Auf den beiden Kundgebungen werden Hunderte Teilnehmer erwartet.

Freitag, 25.02.2022, 18:53 Uhr

Der Landkreis Stade will zusammen mit der Hansestadt Stade ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine setzen. Landrat Kai Seefried und Stades Bürgermeister Sönke Hartlef laden an diesem Sonntag, 12 Uhr, zur Mahnwache auf den Platz Am Sande vor dem Stader Kreishaus ein. „Wir sind fassungslos und besorgt angesichts der russischen Invasion in die Ukraine. Es herrscht Krieg in Europa – das war für die meisten von uns bisher unvorstellbar“, sagt Seefried.

Dem schließt sich Sönke Hartlef an: „Die Bilder in den Nachrichten schockieren, machen wütend und traurig.“

Kerzen können aufgestellt, Blumen niedergelegt werden

In Stade leben 62 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit. Die Mahnwache soll ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind. „Einigkeit und Zusammenhalt werden angesichts der russischen Aggression mehr denn je gebraucht“, sagt der Stader Bürgermeister.

Zunächst wird Seefried einige Worte an die Teilnehmenden richten, anschließend Hartlef. Auch Menschen mit ukrainischem Pass oder ukrainischen Wurzeln sollen zu Wort kommen, um über die Situation in ihrer Heimat zu berichten. Wer mag, kann Kerzen aufstellen oder Blumen vor dem Kreishaus niederlegen.

Wegen der Mahnwache wird die Tiefgarage „Am Sande“ am Sonntag von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Teilnehmende sollten Abstand halten und Maske tragen.

Buxtehuder Parteien rufen zu Demonstration auf

Dass der Angriff Russlands auf die Ukraine auch ein Angriff gegen Europa und die Demokratie ist, will bereits an diesem Sonnabend eine überparteiliche Initiative in Buxtehude mit einer Solidaritätskundgebung deutlich machen. „Wir müssen als überzeugte Demokraten und Europäer auch hier laut sein und für Frieden und Demokratie einstehen“, heißt es in einem gemeinsamen Aufruf von SPD, CDU, FDP, Grünen und Linke. Die Kundgebung beginnt am Sonnabend um 12 Uhr auf der Bitter-Brücke am Fleth.

Die Kinder- und Jugendfeuerwehr Stade sammelt zudem am Sonnabend für die Aktion „Kinder helfen Kindern“ in der Ukraine. Wie Kinderfeuerwehrwartin Martina Köpcke-Lausch berichtet werden sie am Sonnabendvormittag mit Spendendosen bei Kaufland und in der Stader Innenstadt anzutreffen sein.

Tausende ziehen durch die Hamburger City

Rund um den Globus gingen Demonstranten bereits am Donnerstag und Freitag auf die Straße. Gebäude. Weltweit wurden Sehenswürdigkeiten in den blau-gelben Farben der ukrainischen Flagge beleuchtet – vom Brandenburger Tor über den Eiffelturm bis zum römischen Kolosseum.

In Hamburg weht am Rathaus seit Freitag ebenfalls die ukrainische Flagge, die Elbphilharmonie und weitere öffentliche Gebäude wurde in den ukrainischen Landesfarben angestrahlt, darunter die U-Bahnstation der Hafencity-Universität. Am späten Nachmittag zogen Tausende Menschen auf einer Friedensdemo durch die Innenstadt.

Leuchtcontainer leuchten über dem Bahnsteig der U-Bahnstation Hafencity-Universität in den Farben Blau und Gelb, den ukrainischen Nationalfarben. Foto: Georg Wendt/dpa

Leuchtcontainer leuchten über dem Bahnsteig der U-Bahnstation Hafencity-Universität in den Farben Blau und Gelb, den ukrainischen Nationalfarben. Foto: Georg Wendt/dpa

In dem Demonstrationszug unter Motto „Solidarität mit der Ukraine“, der vom Hauptbahnhof zum Rathaus führte, waren Plakate mit der Aufschrift „Heute Ukraine, morgen EU“ oder „Lieber frieren als Gas von Putin“ zu lesen. Zu der Demonstration, der sich nach Polizeiangaben mindestens 4500 Menschen anschlossen, hatten neben den Jugendorganisationen von SPD, Grünen, CDU und FDP unter anderem auch die Klimabewegung Fridays for Future aufgerufen, die eine für Freitag geplante Demonstration zugunsten der Friedensdemo abgesagt hatte.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) kam im ukrainischen Generalkonsulat mit Konsulin Iryna Tybinka zusammen. Bereits vor dem Einmarsch der russischen Streitkräfte in deren Land hatte er mit ihr die Lage beraten ihr sie der Solidarität der Hansestadt zugesichert.

Bunte Friedensdemo statt Rosenmontagszug in Köln

In Berlin versammelten sich laut Polizeiam Donnerstagabend rund 2500 Menschen vor dem Brandenburger Tor, 1500 protestierten vor dem Bundeskanzleramt. Auch an der russischen Botschaft gab es Proteste. Für Sonntag haben zahlreiche Organisationen zu einer Demonstration am Brandenburger Tor aufgerufen, bei der Polizei sind 20.000 Teilnehmer angekündigt.

Im Kölner Karneval soll es ebenfalls eine Friedensdemo statt Rosenmontagszug geben. Die Polizei erwartet mehrere Zehntausend Teilnehmer. Die Karnevalisten planen einen Demozug quer durch die Stadt, der in weiten Teilen der Route des abgesagten Rosenmontagszuges ähnelt. Zudem sind Kostüme durchaus erwünscht. „Der Kölner Karneval kann mehr als feiern und schunkeln“, sagte der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn. (ari/dpa/tip)

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