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Energiekosten

TStadtwerke Stade und Buxtehude senken die Gaspreise – trotz Energiekrise

Das dürfte die Verbraucher freuen: Die Stadtwerke Buxtehude und Stade sowie die EWE wollen die Gaspreise senken. Foto: dpa

Das dürfte die Verbraucher freuen: Die Stadtwerke Buxtehude und Stade sowie die EWE wollen die Gaspreise senken. Foto: dpa

Es sind überraschende Nachrichten in der Energiekrise. Die Stadtwerke in Stade und in Buxtehude sowie die EWE reduzieren ihren Preis für Gas. Dafür gibt es zwingende Gründe, und das kann auch Auswirkungen auf den Gaspreisdeckel haben.

Von Karsten Wisser Freitag, 21.10.2022, 06:00 Uhr

Die Stadtwerke in Stade und Buxtehude senken den Arbeitspreis pro Kilowattstunde aufgrund der wegfallenden Gasbeschaffungsumlage rückwirkend zum 1. Oktober um netto 2,4 Cent.  Die vorübergehende Erdgas-Umsatzsteuersenkung auf sieben Prozent im Zeitraum bis zum 31. März 2024 berücksichtigen die Stadtwerke in beiden Hansestädten ebenfalls. Viele Kunden haben deshalb in den vergangenen Tagen Post von ihrem Versorger bekommen. „Das Hin und Her um die Gasumlage hat viele Kunden verunsichert“, sagt der Buxtehuder Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Babis. Auch die EWE als dritter Grundversorger im Kreis  Stade senkt den Preis. Da die EWE erst einen Monat später die Preise erhöht hatte, fiel die durch die Gasumlage verursachte Erhöhung aufgrund der Laufzeit etwas höher aus. Deshalb ist auch die Reduzierung jetzt entsprechend höher.

"Gute Nachrichten für Gaskunden"

Die Stadtwerke Stade begrüßen die Abschaffung der Umlage ausdrücklich. „Dadurch werden einem Durchschnittshaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden zusätzliche Kosten in Höhe von rund 500 Euro pro Jahr erspart. Das sind gute Nachrichten für Gaskunden in diesen schwierigen Zeiten“, so der Stader Energieversorger.

Aktuell plant die Bundesregierung einen Energiepreisdeckel auf Erdgas und Strom. Die Experten-Kommission hat bereits Vorschläge erarbeitet. Für Privathaushalte sind dabei zwölf Cent pro Kilowattstunde im Gespräch. Für Buxtehuder Stadtwerkekunden hätte das aktuell keine positiven Auswirkungen. Dort zahlen die meisten Kunden zwischen acht und neun Cent Arbeitspreis für die Kilowattstunde.

Längere Laufzeiten für Windkraftanlagen

Ein Windrad im Windpark Agathenburg direkt neben der A 26. Foto: Lohmann

Ein Windrad im Windpark Agathenburg direkt neben der A 26. Foto: Lohmann

Eine Änderung im Bundesimmissionsschutzgesetz führt zur vorübergehenden Aufhebung von Beschränkungen bei Windenergieanlagen. Darauf weist das Kreis-Bauordnungsamt hin. Konkret bedeutet das: Die Betriebszeiten von Anlagen können verlängert werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Die ins Netz eingespeiste Strommenge soll erhöht werden. Betreiber von Windenergieanlagen können Abweichungen von den bisherigen Vorgaben zu nächtlichen Geräuschwerten und zur Vermeidung von Schattenwurf beantragen.

Danach kann der Schallpegel von leistungsreduziert laufenden Windenergieanlagen in der Nachtzeit von 22 bis 6 Uhr um maximal vier Dezibel gegenüber dem bisher genehmigten Wert erhöht und/oder eine Betriebszeitbeschränkung zur Verminderung von Schattenwurf aufgehoben werden. Die Abweichungen sind bis zum 15. April 2023 befristet. Für welche Windenergieanlagen im Landkreis die Abweichungen beantragt werden, ist offen. Fest steht aber schon jetzt: Nachbarn von zurzeit leistungsreduziert laufenden Windenergieanlagen müssen sich also vorübergehend auf zusätzlichen Lärm sowie Licht- und Schattenreflexe einstellen. (set)

 

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