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Unterbezirk Stade

TSPD-Parteitag: Genossen setzen auf die Doppelspitze Koeser und Tiemann

Doppelspitze: Kai Koeser und Petra Tiemann wollen die Sozialdemokraten im Unterbezirk Stade gemeinsam in die Zukunft führen. Foto: Vasel

Doppelspitze: Kai Koeser und Petra Tiemann wollen die Sozialdemokraten im Unterbezirk Stade gemeinsam in die Zukunft führen. Foto: Vasel

Kai Koeser und Petra Tiemann wollen die SPD im Unterbezirk Stade gemeinsam „in die neue Zeit führen“. Beim Parteitag kündigte Tiemann außerdem an, im Herbst 2022 nicht mehr für den Landtag zu kandidieren.

Von Björn Vasel Sonntag, 03.10.2021, 19:51 Uhr

„Drei Wahlperioden sind genug“, erklärte die Landtagsabgeordnete Petra Tiemann (62) am Freitagabend beim Unterbezirksparteitag in Kutenholz. Diese hatte im Vorfeld bereits ihren Vorstand über ihre Entscheidung informiert. Im Herbst 2022 wird ein neuer Landtag gewählt. Ihr Ziel: Genossen sollen in den beiden Wahlkreisen Buxtehude und Stade das Direktmandat gewinnen. Kandidaten und Kandidatinnen aus der SPD sollen bis Ende November „ihren Hut in den Ring werfen“, teilte Tiemann beim Parteitag mit.

Noch halten sich die Bewerber bedeckt. Im Südkreis ist nach TAGEBLATT-Information bereits der Ortsvereinsvorsitzende von Harsefeld, Matthias Mittlmejer, im Gespräch. Dieser ist Betriebsrat beim DRK-Rettungsdienst. Der Ahlerstedter würde gegen den Lokalmatatoren Helmut Dammann-Tamke (CDU) aus Ohrensen bei Harsefeld antreten. Der Christdemokrat (59) sitzt bereits seit dem Jahr 2003 im Niedersächsischen Landtag.

Lob für engagierten Wahlkampf

Zu Beginn hatte Petra Tiemann ihre Genossen Björn Protze und Kai Koeser für ihren engagierten Wahlkampf gelobt, sie hätten bei der Landrats- beziehungsweise der Bundestagswahl ein „mehr als respektables Ergebnis“ für die SPD eingefahren. Dafür gab es Applaus. Der Landkreis Stade sei wieder rot, so die Vorsitzende mit Verweis auf das Zweitstimmenergebnis bei der Bundestagswahl. Und: So wie der Sozialdemokrat Daniel Schneider im Wahlkreis 29 (Cuxhaven-Stade II) den CDU-Mann Enak Ferlemann am 26. September 2021 „vom Feld gefegt“ habe, werde Koeser es beim nächsten Mal, im Jahr 2025, im Wahlkreis 30 (Stade-Rotenburg) „rocken“. Nur zwei Prozent hätten zum Sieg gefehlt.

Die SPD sieht sich im Aufwind, und will den Schwung mitnehmen. „Wir sind eine Volkspartei, wir sind die Kanzlerpartei“, unterstrich Tiemann mit Blick auf Olaf Scholz. Wer wollte, bestellte sich – in Erinnerung an Gerhard Schröder (1998 bis 2005) – beim Festhallenwirt eine „Kanzlerplatte“ mit Currywurst. Die Partei hat sich am Freitagabend neu aufgestellt – personell und inhaltlich. Koeser wurde mit 46 Ja-Stimmen zum Vorsitzenden gewählt, nur zwei Parteifreunde versagten ihm die Zustimmung. Petra Tiemann wurde mit 32:12 Stimmen im Amt – für zwei weitere Jahre – bestätigt.

Aus dem Delegierten- wird ein Mitgliederparteitag

„Lebendig. Modern. Offen – in die neue Zeit“, unter dieser Überschrift haben die Sozialdemokraten einstimmig ein Reformpaket geschnürt. Die SPD-Mitglieder sollen in Zukunft stärker eingebunden werden, aus dem Delegierten- wird ein Mitgliederparteitag. Die Kampagnenfähigkeit soll erhöht werden. So wird es ein dauerhaft einsatzfähiges Wahlkampf- und ein Kampagnenteam geben. Mit dem Format der Näher-Dran-Gespräche – zu Blaulicht, zum Ehrenamt oder zu sozialen Fragen – will die SPD bereits auf der Ortsvereinsebene wieder deutlicher machen, dass die SPD bei den heute gesellschaftlich relevanten Fragen die besten Rezepte biete.

Und auch in den sozialen Medien will die SPD stärker aktiv werden – auch, um AfD und Querdenkern diesen sozialen Raum nicht zu überlassen. „Kein Fußbreit den Faschisten“, rief Koeser unter dem Beifall der Delegierten. Die SPD stehe für „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ und für Solidarität.

Moderner und schlagkräftiger

Neue Medien wie Videokonferenzen sollen genutzt werden, um Mitglieder stärker einzubinden – ohne zu viel Zeit mit den Formalien in Gremien zu verschwenden. Moderner und schlagkräftiger werde die Partei mit der Reform: Der Unterbezirksvorstand wird zum „Team“ mit Beauftragten für Bildung, Gleichstellung, Mitglieder und Öffentlichkeitsarbeit. Kai Koeser: „Wir wollen soziale Debatten anstoßen.“ Die SPD sei „eine Partei der Inhalte“, nicht der Macht um der Mandate willen. Die SPD werde „in einem ständigen Dialog mit den Menschen stehen“, versprach Kai Koeser.

Die Delegierten brachten außerdem Anträge für mehr Tierwohl und Klimaschutz auf den Weg. www.spd-kreis-stade.de

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