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Ursula Willmeroth

Stade: Sie war 30 Jahre lang für die Kinder im Altländer Viertel da

Ursula Willmeroth auf dem Bauspielplatz im Altländer Viertel. Jeden Werktag tobten dort bis zu 40 Kinder. Foto: Stadt Stade

Ursula Willmeroth auf dem Bauspielplatz im Altländer Viertel. Jeden Werktag tobten dort bis zu 40 Kinder. Foto: Stadt Stade

Fast 30 Jahre hat Ursula Willmeroth für die Hansestadt Stade auf dem Bauspielplatz im Altländer Viertel gearbeitet. Fast jeden Tag war sie für die Kinder da. Bis die Corona-Pandemie das Miteinander durcheinanderbrachte. Nun geht Ursula Willmeroth in den Ruhestand.

Dienstag, 05.04.2022, 08:30 Uhr

Zunächst verschlug es Ursula Willmeroth für ein Praktikum bei der St.-Wilhadi-Kirchengemeinde nach Stade und ins Altländer Viertel. „Ich bin dann hier hängengeblieben, denn ich habe mein Herz an die Menschen im Altländer Viertel verloren“, erzählt Willmeroth, die sich schließlich für die freie Stelle auf dem Bauspielplatz bewarb und diese 1993 antrat. „Ich hatte und habe sehr viele Freiheiten, konnte hier alles neu machen. Das war großartig“, erinnert sie sich an die Anfänge.

Der Bauspielplatz in der Jorker Straße bietet Kindern von 6 bis 14 Jahren viel Raum zum Spielen, Toben, Basteln und Kennenlernen. Und das an jedem Werktag. „Diese Kontinuität war mir immer sehr wichtig. Ich wollte nicht nur an zwei Tagen pro Woche für die Kinder da sein. Die brauchen Verlässlichkeit“, erklärt Willmeroth, die mit diesem Konzept großen Erfolg hatte. 20 Kinder gehörten zum Kern, teilweise waren 40 Jungen und Mädchen auf dem weitläufigen Areal. Gemeinsam wurde gespielt, Hütten wurden gebaut, es wurde gekocht und gegessen, außerdem gab es eine gute Zusammenarbeit mit der benachbarten Montessori-Grundschule und gemeinsame Ausflüge im Rahmen des Kinderferienprogramms, diese bezeichnet Willmeroth als die intensivsten Erlebnisse. Dann kam Corona.

Kinder sind durch Corona verunsichert

„Die Pandemie hat hier alles verändert. Wir mussten zwei Mal über längere Zeit schließen, und heute sind die Kinder verunsichert, gehen nicht mehr so vor die Tür, spielen stattdessen lieber Videospiele“, berichtet Willmeroth. Trotz dieses Rückschlags wird die Arbeit vor Ort fortgesetzt. „Wir suchen derzeit eine Nachfolge für Ursula Willmeroth und werden diese hoffentlich zeitnah einsetzen“, sagt Birgit Pergande, Fachbereichsleiterin Bildung und Soziales bei der Hansestadt Stade.

Das ist im Sinne Willmeroths, denn: „Der Abschied fällt mir nicht leicht. Das ist aber ein gutes Zeichen: Ich habe hier immer sehr gern gearbeitet.“ Nun aber freue sie sich auf zwei Dinge: „Ich werde längere Zeit der Sonne entgegenfahren. Portugal ist das Ziel meines Roadtrips. Und dann freue ich mich auf den Sommer zu Hause an der Elbe – mit ganz viel Zeit und ohne immer auf die Uhr schauen zu müssen.“ (st)

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