TGroßeinsatz: Feuer bei Raisa in Apensen
Blick auf die Einsatzstelle bei der Raisa in Apensen. Foto: Beneke
In einem Getreidetrockner am Apenser Standort der Genossenschaft Raisa ist am Sonntagmorgen ein Feuer ausgebrochen. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften ist vor Ort.
(Letztes Update: 18:49 Uhr: Details hinzugefügt)
Mitarbeiter hatten gegen 9.30 Uhr Rauch bemerkt und einen Notruf abgesetzt. Vermutlich aufgrund eines technischen Defektes ist es zu einem Brand gekommen. Rund 130 Einsatzkräfte aus Apensen, Beckdorf, Sauensiek, Goldbeck und Nindorf waren unter der Führung des Apenser Ortsbrandmeisters Torsten Plumbohm bis in die Abendstunden im Einsatz. Die Feuerwehren aus Harsefeld und Buxtehude unterstützten mit ihren Drehleitern den Löscheinsatz. Um auf ausreichend Atemschutzgeräte zurückgreifen zu können, hatte die Stader Feuerwehr den Atemschutzcontainer des Landkreises nach Apensen gebracht.
Mitarbeiter der Raisa unterstützen bei Löschrbeiten
Mitarbeiter der Raisa unterstützten die Feuerwehr bei den Löscharbeiten. Sie hatten bereits frühzeitig einige Tonnen Getreide mit Förderband und Radlader aus der Anlage geholt, damit es von der Feuerwehr abgelöscht werden konnte. Außerdem entfernten sie einen Container aus dem Gefahrenbereich und kümmerten sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte. Die Hitze in dem Trockner war enorm. Immer wieder waren Rauch und offene Flammen zu sehen. Atemschutzgeräteträger mussten sich rasch aus dem Turm zurückziehen. Von den Drehleitern aus frästen die Einsatzkräfte mehrere Löcher in die Verkleidung und entfernten die Dämmung. Der Druck im Inneren war so stark, dass eine Metalltreppe teilweise aus der Verankerung gerissen wurde.
Sichtbare Löscherfolge stellten sich ein, nachdem das Universallöschfahrzeug (ULF) der Werkfeuerwehr des Chemiekonzerns Dow aus Stade zum Einsatz kam. Eine Löschlanze mit Dorn brachte Wasser in den Turm, zudem wurde die Anlage von oben geflutet. Im Laufe des Nachmittags war der Brand gelöscht.
Rettungskräfte der Stader Rotkreuz-Bereitschaft waren mit einem Rettungswagen vor Ort. Verletzte waren nicht zu beklagen.
Anlieferung des geernteten Getreides wird umgeleitet
Die Anlieferung des geernteten Getreides wird seitens der Raisa kurzfristig umgeleitet – unter anderem über den Standort in Fredenbeck und Lagerkapazitäten in Apensen. Bei dem sonnigen Wetter herrschte Hochbetrieb auf den Feldern. In Apensen wird im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr gearbeitet. Der 2015 in Betrieb genommene Getreidetrockner im Wert von rund 500 000 Euro hat eine Kapazität von 60 Tonnen pro Stunde, jetzt ist er ein Totalschaden. In der Anlage wird das Getreide mit heißer Luft getrocknet. Es durchläuft den Trockner von unten nach oben. Ein Gasbrenner erwärmt die Luft, ein Ventilator verteilt sie.
Ballenpresse geriet am Sonnabend in Brand
Am Sonnabendabend war bereits eine Ballenpresse auf einem Acker zwischen Beckdorf und Wiegersen in Flammen aufgegangen. Eine Rauchsäule wies den Einsatzkräften den Weg. Um 19.53 Uhr gab die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle den Alarm. Die Feuerwehren aus Beckdorf, Sauensiek und Wiegersen rückten aus. Beim Eintreffen der ersten Freiwilligen schlugen die Flammen bereits lichterloh aus der Maschine.
Bei der Arbeit auf dem Stoppelfeld habe der Fahrer den Rauch bemerkt und die Ballenpresse geistesgegenwärtig auf einen angrenzenden Kartoffelacker gesteuert, berichtet der Einsatzleiter und stellvertretende Beckdorfer Ortsbrandmeister Sven Spierling. Der Fahrer habe genau richtig reagiert. Wäre die Ballenpresse auf dem frisch abgeernteten Stoppelfeld stehengeblieben, hätte sich das Feuer rasend schnell ausbreiten können.
Unter schwerem Atemschutz gingen die rund 30 Feuerwehrleute vor. Mit Wasser und Schaum rückten sie den Flammen zu Leibe. Vorsorglich zogen sie das Heu aus dem Umfeld der Presse auseinander und wässerten es. Damit verhinderten sie, dass der Acker Feuer fing. Beamte des Buxtehuder Polizeikommissariats dokumentierten die Spuren des Feuers. Sie bezifferten den Sachschaden nach ersten Schätzungen auf 200 000 Euro. Am Sonntagnachmittag hatten sich offenbar Glutnester erneut entzündet; Feuerwehrleute aus Apensen, Wiegersen und Revenahe löschten den Brand und fluteten die Presse.