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Imbisstür durch Explosion beschädigt: Zwei 17-Jährige festgenommen

Einsatzkräfte bei der gemeinsamen Lagebesprechung vor Ort.

Einsatzkräfte bei der gemeinsamen Lagebesprechung vor Ort. Foto: Polizeiinspektion Harburg

Nach mehreren Knallgeräuschen im Landkreis Harburg hat die Polizei am vergangenen Freitag zwei Jugendliche festgenommen. Zudem sorgten drei Fässer für Explosionsgefahr.

Von Redaktion Donnerstag, 07.05.2026, 07:45 Uhr

Winsen. In Winsen waren laut der Polizeiinspektion Harburg in den letzten Monaten wiederholt Knallgeräusche gemeldet worden, in mehreren Fällen konnte die Polizei zerstörte Mülleimer und Reste sogenannter Polenböller feststellen.

„Nachdem Anfang April zwei Jugendliche unter Tatverdacht geraten waren, hat die Polizei in der letzten Woche verstärkt mit Zivilkräften die Innenstadt bestreift“, so Polizeihauptkommissar Krüger.

Am 1. Mai 2026 kam es gegen kurz vor Mitternacht im Bereich des Luhespielplatzes zu einer lauten Explosion, Einsatzkräfte waren innerhalb weniger Minuten vor Ort und konnten einen 17-Jährigen nach kurzer Verfolgung vorläufig festnehmen.

Auch der zweite Tatverdächtige wird festgenommen

Der zweite, ebenfalls 17-jährige Tatverdächtige war bereits vorher vom Ort des Geschehens verschwunden. Er wurde etwa 20 Minuten später im Rahmen der Fahndung gefunden und ebenfalls vorläufig festgenommen.

Durch die Explosion war die Eingangstür eines ehemaligen Imbisses am Luhespielplatz beschädigt worden.

Die beiden Jugendlichen wurden auf die Polizeidienststelle gebracht. Im Zuge von Durchsuchungsmaßnahmen konnten beim Hauptbeschuldigten zahlreiche Feuerwerkskörper sichergestellt werden. „Darunter waren auch solche, die in Deutschland aufgrund ihres hohen Sprengstoffgehalts nur für Großfeuerwerk im gewerblichen Bereich zugelassen sind“, sagt Krüger.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und Einleitung von Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und Sachbeschädigung wurden die beiden Jugendlichen ihren Eltern übergeben.

Drei Fässer mit Gefahrgut in Evendorf gefunden

Am Dienstag, 5. Mai, gegen 14 Uhr, bekam die Polizei den Hinweis auf drei an einem Pendlerparkplatz an der Anschlussstelle Evendorf abgestellte Kunststofffässer. Polizeibeamte überprüften den Parkplatz und fanden nach Angaben der Polizeiinspektion Harburg die drei etwa kniehohen Fässer.

„Die Beschriftung ließ auf einen Gefahrstoff schließen, der unter Umständen explosionsgefährlich sein kann“, sagt Polizeihauptkommissar Jan Krüger. Deswegen wurden umgehend der Gefahrgutzug der Kreisfeuerwehr und mehrere umliegende Ortsfeuerwehren alarmiert. Um den Standort der Fässer wurde ein Sicherheitsbereich eingerichtet.

Sperrung kann nach vier Stunden aufgehoben werden

Hierfür mussten die Autobahnanschlussstelle Evendorf der Richtungsfahrbahn Hamburg sowie die Überführung der L212 gesperrt werden. Auch die Zufahrt zum Rasthof auf der westlichen Seite der A7 war zeitweise nicht möglich.

Um die Gefährlichkeit des Stoffes einschätzen zu lassen, wurden Delaborierer des Landeskriminalamtes aus Hannover hinzugezogen. „Diese stellten schließlich fest, dass eine Explosionsgefahr aktuell nicht gegeben war“, sagt Krüger. Sie transportierten die jeweils noch mit einigen Kilogramm des Stoffes gefüllten Fässer schließlich ab. Gegen 18.30 Uhr konnten sämtliche Sperrungen wieder aufgehoben werden.

Die Polizei Salzhausen hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und versucht nun, die Herkunft der Fässer zu ermitteln.

(tom/pm)

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