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Blaulicht

„Mitschnacker“-Warnung in Eltern-Chat schießt übers Ziel hinaus

Der gesuchte Mann soll angeboten haben, die Schülerin in seinem Auto mitzunehmen. (Symbolbild)

Der gesuchte Mann soll angeboten haben, die Schülerin in seinem Auto mitzunehmen. (Symbolbild) Foto: Jan Woitas/dpa

Panikmache, schnelle Anschuldigungen und mahnende Worte der Polizei - das kommt in Schiffdorf (Kreis Cuxhaven) dabei heraus, als ein Mann nach dem Weg fragt. Die Hintergründe.

Von Redaktion 04.11.2026, 12:44 Uhr
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Schiffdorf/Cuxhaven. Diese Nachricht machte offenbar schnell die Runde - und erreichte umgehend auch die Polizei: In Cuxhaven ist am Dienstag ein sogenannter „Mitschnacker“ gemeldet worden. Der Mann soll eine Jugendliche in Schiffdorf auf der Straße „auffällig angesprochen“ haben, so heißt es in zahlreichen Internetforen und WhatsApp-Gruppennachrichten.

Was wollte denn der Unbekannte? Der Mann soll nach dem Weg zu einem Fahrradgeschäft gefragt haben. Aber: Er habe auch noch gefragt, ob er die Schülerin mitnehmen solle. Freundlich oder ist das schon böse?

Der Mann wird in den Nachrichten als circa 25 bis 30 Jahre alt beschrieben, mit dunkler Kleidung.

Betreiber des Fahrradladens meldet sich

Zur Überraschung der Polizei meldete sich noch am gleichen Abend der Betreiber des Schiffdorfer Fahrradladens. Er gab laut Polizeimitteilung an, dass tatsächlich eine junge Person, auf die die Beschreibung sehr gut passe, bei ihm im Laden gewesen sei. Der Mann habe sich wegen eines defekten E-Bike-Akkus informieren wollen.

„Entsprechend ist nach derzeitigem Stand davon auszugehen, dass von dem Mann keinerlei Gefährdung ausgegangen ist und es lediglich um eine Fahrradreparatur ging“, sagt Cuxhavens Polizeisprecher Stephan Hertz, der dann noch deutlich wird.

„Polizei nimmt Warnungen sehr ernst“, aber...

Entsprechende Nachrichten verbreiten sich gerade in Eltern-Chat-Gruppen und in Sozialen Netzwerken rasent schnell und können für enorme Unruhe sorgen, moniert Hertz: „Die Polizei nimmt entsprechende Warnungen sehr ernst und geht diesen auch umgehend nach. Es ist immer ratsam im Zweifel sofort die Polizei zu kontaktieren.“ Auch ein gegenseitiges Informieren sei sinnvoll, zudem sollten solche Situationen und Gefahren mit den eigenen Kindern thematisiert und besprochen werden.

„Gleichwohl“, schränkt der Polizeisprecher ein, „muss auch betont werden, dass entsprechende Mitteilungen untereinander, gerade in Sozialen Medien, nicht von Panik geprägt sein sollten und Unsicherheiten verbreiten, die gegebenenfalls unbegründet sind.“

Und noch ein Verstoß kann häufig festgestellt werden - und zwar wenn fotografiert wird. Hertz: „Es muss auch nochmals darauf hingewiesen werden, dass nicht eigenständig Lichtbilder oder andere persönliche Informationen veröffentlicht werden dürfen.“ Dies sei ausschließlich den Ermittlungsbehörden gestattet. (tip)

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