Angebliche Klamotten-Verschenkaktion führt in Hamburg zu Randale
Polizisten halten in der Einkaufsstraße Mönkebergstraße einen Jugendlichen fest. In der Hamburger Innenstadt ist es am Nachmittag zu einer Auseinandersetzung zwischen Dutzenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie der Polizei gekommen. Foto: Daniel Bockwoldt/dp
War es Fake oder einfach nur Chaos? Hunderte Jugendliche folgen einer angeblichen Werbeaktion eines Streetwear-Herstellers, der in Hamburg kostenlos Klamotten verteilen will. Die Situation eskaliert. Am Ende gibt es Randale und sogar Verletzte.
Die Enttäuschung hunderter Jugendlicher über eine angebliche Verschenkaktion von Markenklamotten ist in der Hamburger Innenstadt in Randale umgeschlagen. Aus Frust über einen vermeintlichen Fake-Post in den sozialen Netzwerken, in dem die Verteilung kostenloser Kleidung angekündigt worden sei, seien Polizisten aus einer Gruppe von bis zu 400 Jugendlichen heraus am Samstag mit Flaschen und Böllern angegriffen worden, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntag. Drei Beamte seien verletzt worden, einer davon so schwer, dass er dienstunfähig sei. Zwei Streifenwagen seien beschädigt worden.
In einem TikTok-Video, über das am Sonntag mehrere Medien berichteten, sagte ein Vertreter einer Streetwear-Firma, dass die Verschenkaktion tatsächlich stattgefunden habe, aber nach kurzer Zeit wegen des Andrangs abgebrochen worden sei. "Wir müssen leider gestehen, dass wir die Situation völlig falsch eingeschätzt haben", sagte er und distanzierte sich von "allen Ausschreitungen und dem Fehlverhalten von einigen Personen".
Bereits Anfang März hatte es Randale in der Hamburger Innenstadt gegeben. Archivfoto: Daniel Bockwoldt/dpa
Junge Menschen greifen Polizisten in der Hamburger Innenstadt an
Die Polizei konnte die in dem Video gemachten Angaben nicht bestätigen. Man gehe weiter von einer absichtlichen Falschmeldung in mehreren Social-Media-Kanälen aus, mit der 300 bis 400 Jugendliche in die Mönckebergstraße gelockt worden seien. Nachdem die Polizei ihnen mitgeteilt habe, dass keine Kleidung verschenkt werde, sei die Situation eskaliert.
Die Polizei habe mit massivem Kräfteeinsatz - darunter auch diverse Hundeführer - die Lage schließlich in den Griff und die Jugendlichen von der Straße bekommen. Die Identitäten mehrerer Tatverdächtiger seien festgestellt und Platzverweise erteilt worden. Ermittelt werde wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs sowie Angriffs auf Vollstreckungsbeamte.
35-Jähriger flüchtet in Hamburger S-Bahn-Tunnel
Bei einer Verkehrskontrolle ist ein 35-Jähriger vor der Polizei weggelaufen und in einen Tunnel der Hamburger S-Bahn geflüchtet. Gegen den Mann lag ein Haftbefehl vor, dem er zu entkommen versuchte, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Zuvor hatten bereits mehrere Medien darüber berichtet.
Am Freitagabend war der Mann im Stadtteil St. Pauli im Auto angehalten worden. Nachdem er ausgestiegen war, rannte er kurz darauf in den Tunnel zur Haltestelle Reeperbahn. Die Einsatzkräfte beobachteten die Ausgänge des Tunnels und konnten den Flüchtigen schließlich an einem Notausgang antreffen. Der S-Bahn-Verkehr musste musste deshalb etwa eine Stunde lang unterbrochen werden. Den Grund für den Haftbefehl konnte die Polizei zunächst nicht angeben.
Durchsuchungen bei Drogendealern - mehrere Festnahmen
Die Polizei in Hamburg-Harburg hat bei einer Razzia mehrere Männer wegen des Verdachts des Drogenhandels festgenommen. Zudem seien bei den Durchsuchungen am Freitagvormittag Beweismittel sichergestellt worden, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Insgesamt wird zehn Beschuldigten im Alter von 18 bis 37 Jahren vorgeworfen, mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge gehandelt zu haben. Gegen sechs von ihnen wurde den Angaben zufolge Haftbefehl beantragt.
Es habe Hinweise auf eine Personengruppe gegeben, die in der Nähe einer Drogenhilfeeinrichtung mit Rauschgift handele, sagte der Polizeisprecher weiter. Seit Mitte Februar sei ermittelt worden. Als sich der Verdacht bestätigt habe, seien die Durchsuchungsbeschlüsse beantragt worden. Zuvor hatte "bild.de" berichtet. (dpa)