AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Kindesmissbrauch

Ausschuss beendet Beweisaufnahme im Missbrauchsfall Lügde

Mehrere Jahre hat ein Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags den Missbrauchsfall Lügde untersucht. (Archivbild)

Mehrere Jahre hat ein Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags den Missbrauchsfall Lügde untersucht. (Archivbild) Foto: Guido Kirchner/dpa

Nach mehr als sechs Jahren schließt der Untersuchungsausschuss zum Missbrauchsfall Lügde seine Beweisaufnahme ab. Nun steht die Auswertung der Ergebnisse an.

Von dpa 19.12.2025, 13:35 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Düsseldorf. Nach sechseinhalb Jahren Arbeit über zwei Wahlperioden hinweg hat der parlamentarische Untersuchungsausschuss „Kindesmissbrauch“ in Düsseldorf seine Beweisaufnahme beendet. Der Ausschuss habe sich einstimmig darauf verständigt, dass keine weiteren Zeugen mehr gehört werden sollen und es nun in die abschließende Phase gehe, teilte die Vorsitzende Christina Schulze Föcking (CDU) mit. 

Der Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags war nach der Aufdeckung des jahrelangen sexuellen Missbrauchs auf einem Campingplatz im lippischen Lügde an der Grenze zu Niedersachsen eingesetzt worden. Über viele Jahre waren bis Ende 2018 zahlreiche Kinder von mehreren Männern sexuell missbraucht und vergewaltigt worden. Die beiden Haupttäter waren 2019 vom Landgericht Detmold zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. 

Schulterschluss über Fraktionsgrenzen hinweg

„Wir haben die Arbeit von Jugendämtern, Polizei, Staatsanwaltschaften und den Bereich des Opferschutzes intensiv beleuchtet, immer getragen vom gemeinsamen Ziel: Kinder und Jugendliche in Nordrhein-Westfalen besser vor sexueller Gewalt zu schützen“, sagte Schulze Föcking. Die Arbeit des Ausschusses stehe für einen politischen Schulterschluss, der weit über Fraktionsgrenzen hinausgehe.

Der erste Untersuchungsausschuss zum Missbrauchskomplex Lügde war im Juni 2019 vom NRW-Landtag eingesetzt und in dieser Wahlperiode neu aufgelegt worden. Das Gremium untersuchte unter anderem die Rolle der Jugendämter in der Region sowie das Vorgehen der Polizei. 

Der erste U-Ausschuss hatte seinerzeit einen rund 4.000 Seiten starken Zwischenbericht vorgelegt. Nun werde ein Schlussbericht erarbeitet, der die Ergebnisse, Bewertungen und Empfehlungen umfassend darstelle, sagte Schulze Föcking.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Stromausfall sorgt für Großbrand im Norden

Ein Netzfehler legte am Morgen in fünf Kreisen Schleswig-Holsteins den Strom für rund 40.000 Menschen lahm. Auf den Stromausfall folgten Brände mit teils enormen Schadenshöhen.