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Verbraucherschutz

Behörde warnt vor Spontan-Shopping über Social Media

Hamburgs Verbraucherschutzsenatorin warnt vor Gefahren beim Einkauf über Insta & Co. (Symbolbild)

Hamburgs Verbraucherschutzsenatorin warnt vor Gefahren beim Einkauf über Insta & Co. (Symbolbild) Foto: Marcus Brandt/dpa

Der Hamburger „Verbraucherschutzpegel“ fragt seit zehn Jahren Themen ab, die die Menschen in der Stadt bewegen. In der aktuellen Umfrage geht es ums Shoppen über Social-Media-Apps.

Von dpa Donnerstag, 19.02.2026, 11:30 Uhr

Hamburg. Hamburgs Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina hat vor den Gefahren von Spontankäufen über Social-Media-Apps gewarnt. „Es ist alarmierend, dass bereits jeder fünfte junge Mensch nach eigenen Angaben durch solche Impulskäufe in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist“, sagte die Grünen-Politikerin.

In einer repräsentativen Umfrage für den „Verbraucherschutzpegel“ ihrer Behörde gab mit 46 Prozent fast die Hälfte aller 18- bis 29-Jährigen an, schon über Social Media eingekauft zu haben. Zum Vergleich: Bei den 60- bis 74-Jährigen waren es nur sieben Prozent.

Ein Drittel der jungen Nutzer schon mal zum Kauf „verleitet“

Auf die Frage „Inwieweit haben Inhalte (Videos, Reels etc.) in Social-Media-Apps (z. B. TikTok, Instagram, Facebook, etc.) Sie schon zu spontanen oder emotionalen Käufen verleitet, die Sie ansonsten wahrscheinlich nicht getätigt hätten?“ antworteten 32 Prozent der 18- bis 29-Jährigen mit „stark“ oder „sehr stark“ - bei den 30- bis 39-Jährigen waren es sogar 36 Prozent.

Auch auffällig: Männer kauften laut der Umfrage häufiger über Social-Media-Apps ein. 32 Prozent der männlichen Befragten gaben an, dies schon einmal gemacht zu haben. Bei den Frauen waren es mit 22 Prozent deutlich weniger. 

22 Prozent kamen durch Social-Media-Einkäufe in Schwierigkeiten

12 von 100 Befragten stimmten der Aussage „voll und ganz“ oder zumindest „eher“ zu, mit Einkäufen „auf oder durch Social Media“ schon in finanzielle Schwierigkeiten gekommen zu sein. Besonders hoch lag hier mit 22 Prozent die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen.

 „Das digitale Shoppen ist einerseits bequem, gleichzeitig müssen wir gerade junge Menschen besser vor den Risiken schützen“, sagte Gallina. Die jungen Verbraucher müssten „die nötigen Kompetenzen bekommen für einen sicheren und souveränen Umgang mit solchen Angeboten im Netz.“

Große Mehrheit sieht Regelungsbedarf

Handlungsbedarf sehen auch die Befragten: Auf die Frage „Wie wichtig finden Sie klare und einheitliche Regeln für die Kennzeichnung von Werbung und kommerziellen Inhalten in Social-Media-Apps?“ antworteten 86 Prozent mit „sehr“ oder „eher“ wichtig. 

Für den Hamburger Verbraucherschutzpegel hatte Gelszus rmm Marketing Research den Angaben der Behörde zufolge vom 23. bis zum 30. Januar 1.000 Hamburgerinnen und Hamburger im Alter zwischen 18 und 74 Jahren befragt.

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