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Flüchtlinge

Bisher rund 800 Kinder aus Ukraine an Niedersachsens Schulen angemeldet

Eine Schulassistentin hilft der elfjährigen Lidij aus der Ukraine im Deutschunterricht. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild

Eine Schulassistentin hilft der elfjährigen Lidij aus der Ukraine im Deutschunterricht. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild

Der Flüchtlingsstrom aus der Ukraine wird auch für die Schulen eine riesige Herausforderung. Zahlreiche Kinder ohne Deutschkenntnisse kommen neu dazu. Dabei ist Situation durch Corona und Lehrermangel vielerorten angespannt.

Donnerstag, 17.03.2022, 08:33 Uhr

Update: 17. März, 11 Uhr, mit detailierten Zahlen

Bisher sind etwa 800 Schülerinnen und Schüler nach ihrer Flucht aus der Ukraine in niedersächsischen Schulen angemeldet worden. Das sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) im Gespräch mit dem NDR. Er bezog sich auf eine erste Schnellabfrage bei den Schulen. Noch sei keine seriöse Schätzung möglich, wie viele Kinder und Jugendliche eintreffen werden.

Mit Stand vom Mittwoch sind es 815 ukrainische Kinder und Jugendliche an den rund 3000 niedersächsischen Schulen. 360 geflüchtete Kinder besuchen demnach Grundschulen, 448 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine wurden von weiterführenden Schulen gemeldet, zudem sieben Jugendliche von berufsbildenden Schulen.

Die meisten ukrainischen Schülerinnen und Schüler wurden von Schulen aus der Region Hannover gemeldet (169), gefolgt von den Landkreisen Osnabrück(63), Göttingen (47), Diepholz (36) und Harburg (34). Hierbei handelt es sich nicht um alle in Niedersachsen angekommenen Kinder und Jugendliche, sondern um die bisher in den Schulen angemeldeten jungen Menschen.

Tonne: Alle geflüchteten Kinder bekommen Bildungsangebot

„Es ist eine Kraftanstrengung. Da müssen wir uns nichts vormachen“, betonte Tonne am Mittwoch. Das Bildungssystem habe immense Anstrengungen hinter sich aufgrund der Pandemie.

Bereits vor einer Woche hatte Tonne angekündigt, dass alle nach Niedersachsen geflüchteten Kinder aus der Ukraine ein Betreuungs- beziehungsweise Bildungsangebot bekommen sollen. Dabei werde den Kita- und Schulträgern vor Ort in der akuten Notlage maximale Flexibilität ermöglicht.

Bei den neuen Betreuungs- und Unterstützungsangeboten sollen die zugereisten Erwachsenen eingebunden werden. „Es werden insbesondere viele Frauen mit einer pädagogischen Grundbildung unter den geflüchteten Ukrainerinnen sein, deren Kompetenz wir dringend nutzen müssen“, sagte der Minister und nannte Lehrerinnen, Erzieherinnen, Musik- oder Theaterpädagoginnen, Wissenschaftlerinnen und Studierende.

Ferienprogramm öffnet auch für Flüchtlingskinder

Das Ferien-Förderprogramm „Lernräume“ in den Osterferien steht dabei Anfang April auch explizit Flüchtlingen offen. Das Bildungsangebot soll Jugendlichen und Schülern der Klassen 1 bis 10 den Kontakt untereinander ermöglichen und ihnen helfen, Lernrückstände aufzuholen.

Das Programm wird von Vereinen und anderen gemeinnützigen Institutionen umgesetzt, die sich um die Förderung bewerben können. Sie erhalten maximal 50.000 Euro. Im September 2021 wurde das Programm mit 8,2 Millionen Euro bis zum Herbst 2022 verlängert. Es ist laut Ministerium vielfältig: Die bisher angemeldeten Angebote reichten von Nähkursen und Waldexpeditionen über Musikprojekte bis hin zu Seminaren zum Aufholen von Lernrückständen. (dpa)

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