Landtagswahl

Daniel Günther: Die AfD ist unpatriotisch

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) möchte die AfD in Schleswig-Holstein kleinhalten. (Archivbild)

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) möchte die AfD in Schleswig-Holstein kleinhalten. (Archivbild) Foto: Katrin Luxenburger/dpa

Warum Schleswig-Holsteins CDU-Chef trotz Umfragen überzeugt ist, die AfD klein zu halten – und was er von der Debatte um Brandmauern und radikale Kräfte im Landtag hält.

Von dpa 05.07.2026, 10:00 Uhr

Kiel. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hält einen Landtag ohne AfD auch nach der Landtagswahl für möglich. „Das bleibt das Ziel. Ich bin stolz darauf, in einem Land zu leben, in dem wir keine radikalen Kräfte im Landtag haben“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Es kann uns gelingen, die AfD viel kleiner zu halten, als im Moment in manchen Umfragen zu sehen ist.“

Eine Umfrage aus dem April 2026 von Infratest dimap im Auftrag des NDR sah die AfD bei 15 Prozent. Die AfD gehörte im Norden nur von 2017 bis 2022 dem Landtag an. Bei der Landtagswahl vor knapp vier Jahren scheiterte sie mit 4,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Schleswig-Holstein wählt am 18. April ein neues Landesparlament.

Respektvoller Umgang als Erfolgsrezept

„Ich werde alles dafür tun, dass sehr viele Menschen in unserem Land demokratischen Parteien ihr Vertrauen schenken“, sagte Günther. „Das ist beim letzten Mal auch deshalb gelungen, weil wir in Schleswig-Holstein einen anderen Umgang miteinander pflegen.“ 

Aufgabe der Opposition sei es, die Arbeit der Regierung kritisch zu beleuchten. „Aber der Unterschied ist, dass wir das im respektvollen Umgang miteinander machen. Und auch innerhalb der Regierung, ob mit Jamaika oder Schwarz-Grün, haben wir zu allen Zeiten, in denen ich Verantwortung getragen habe, immer an einem Strang gezogen.“ Das schaffe Vertrauen.

Nichts Gutes mit Deutschland im Sinn

Alle Parteien hätten bei den letzten Wahlen in Richtung der AfD verloren, sagte Günther. „Wir müssen auch mal sagen, was passiert, wenn die Menschen leichtfertig der AfD die Stimme geben“, sagte Günther. Sie könne nicht mehr einfach nur ignoriert werden. „Die AfD beweist jeden Tag aufs Neue, dass sie alles im Sinn hat, aber nichts Gutes mit Deutschland. Diese Partei redet permanent unser Land schlecht und will unsere Gesellschaft spalten. Wer sich mit dem Programm der AfD auseinandersetzt, weiß: Sie würde die Wirtschaft ausbremsen, Arbeitsplätze gefährden und das Leben der Menschen teurer machen - und ganz sicher nicht besser oder leichter. Das ist unpatriotisch.“

Ablehnung statt Brandmauer

Mit Blick auf die Brandmauer-Debatte innerhalb seiner Partei betonte der CDU-Landesvorsitzende: „Ich konnte mit dem Begriff nie viel anfangen. Er ist irreführend und macht es der AfD leicht, das Märchen zu erzählen, man würde sie ausgrenzen und sei nicht bereit, sich mit ihren Ansichten auseinanderzusetzen.“ 

Wer sich selbst als christdemokratisch oder liberalkonservativ empfinde, dürfe mit einer rechtsextremistischen Partei niemals zusammenarbeiten. „Übrigens nicht nur aus historischen Gründen. Es verbietet sich schlicht und ergreifend, weil es keine Gemeinsamkeiten gibt mit einer Partei, die gegen Europa, gegen die Nato und insgesamt gegen alles steht, was Konrad Adenauer, Helmut Kohl und Angela Merkel (alle ehemalige CDU-Kanzlerinnen und -Kanzler – Anmerkung der Redaktion) aufgebaut haben.“

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Stefan Klein
05.07.202612:20 Uhr

Daniel Günther hat recht mit seiner Analyse zur AfD. Trotzdem, ich hatte es bereits ein anderer Stelle geschrieben: Eine CDU, die mit den Grünen koaliert, verrät ihren konservativen Markenkern. Bei den Grünen (insbesondere bei der Grünen Jugend) gibt es eindeutig linksextreme Tendenzen. Mit einer solchen Partei koaliert man als bürgerliche Mitte genauso wenig wie mit der rechtsextremen AfD.

Es zeigt sich wieder einmal, es gibt keine echte bürgerliche Mitte mehr in diesem Land. Die CDU biedert sich bei linksgrün an (die SPD sowieso), die AfD hat sich rechtsextrem unterwandern lassen, die FDP ist bedeutungslos geworden. Dad sind keine guten Aussichten für unser Land, denn die Politikverdrossenheit wird unter diesen Voraussetzungen eher zunehmen als abnehmen.

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