Dank Höler: Freiburg beendet Mainzer Heimserie
Torjubel der Freiburger: Ginter legt vor, Höler verwandelt. Foto: Torsten Silz/dpa
Unter Urs Fischer hat Mainz kaum verloren. Ausgerechnet im eigenen Stadion gegen einen international ebenfalls erfolgreichen Gegner müssen sich die Nullfünfer geschlagen geben.
Mainz. Der SC Freiburg hat im Duell der beiden Europacup-Viertelfinalisten dem FSV Mainz 05 die erste Heimniederlage in diesem Jahr beigebracht. Dank eines Kopfballtors von Lucas Höler (47. Minute) setzte sich die Mannschaft von Trainer Julian Schuster zum Abschluss des 29. Bundesliga-Spieltags mit 1:0 (0:0) durch. Damit endete auch die Serie der Rheinhessen mit acht ungeschlagenen Pflichtspielen - und Freiburg gewann erstmals seit über fünf Jahren wieder in Mainz.
Im Sandwich-Spiel zwischen ihren internationalen Auftritten legten beide Teams vor 30.000 Zuschauern ein Spiel mit vielen Nickeligkeiten, aber wenig Höhepunkten hin. Die Mainzer treten nach dem 2:0 im Hinspiel der Conference League am Donnerstag bei Racing Straßburg an. Freiburg will nach dem furiosen 3:0 gegen Celta Vigo am selben Tag in Spanien ins Halbfinale der Europa League einziehen.
Posch trifft den Pfosten
Trotz sechs Wechseln nach dem ersten Duell mit den Spaniern starteten die Breisgauer druckvoll und selbstbewusst. Mainz hatte zunächst große Mühe, nach vorn zu kommen. Nationalspieler Nadiem Amiri saß erstmals nach sieben Wochen Verletzungspause wieder auf der Bank.

Die Mainzer um Abwehrspieler Posch hatten viele hohe Bälle zu verteidigen. Foto: Torsten Silz/dpa
Freiburgs Abwehrchef Matthias Ginter musste nach 20 Minuten zweimal länger behandelt werden, weil er den Arm von Sheraldo Becker ins Gesicht bekommen hatte. Der Routinier war gerade zurück auf dem Rasen, da schepperte der Pfosten hinter ihm: Stefan Poschs satten Schuss konnte Keeper Noah Atubolu gerade noch ans Aluminium lenken (26.).
Aufregung vor der Halbzeit
In dieser Phase hatten die Mainzer immer mehr das Zepter übernommen. Von beiden Seiten flogen die Bälle in den Freiburger Strafraum - aber es gab bis zur Pause kein Durchkommen.
Dafür einige Aufregung auf dem Weg in die Kabine: Die Gäste reagierten erbost, als Schiedsrichter Felix Zwayer einen Einwurf nicht mehr ausführen ließ, nachdem Johan Manzambi an der Seitenlinie verzögerte. Den protestierendem Freiburger Kapitän Christian Günter und Trainer Julian Schuster zeigte der für die WM im Sommer nominierte Zwayer daraufhin Gelb.

Gelb für Günter: Freiburg debattiert mit Schiedsrichter Felix Zwayer. Foto: Torsten Silz/dpa
Wie beim Einwurf ließ sich der SC auch nach dem Wiederanpfiff Zeit, auf dem Rasen zu erscheinen. Dann aber legten sie los: Ginter legte einen Ball des eingewechselten Philipp Lienhart kunstvoll mit der Hacke ab, Höler köpfte über den Mainzer Schlussmann Daniel Batz zum 1:0 ein.
Im Hinspiel hatten die Nullfünfer beim 0:4 noch die höchste Saisonniederlage kassiert - diese kostete den damaligen Mainzer Trainer Bo Henriksen in der Hinrunde den Job. Nun drängten sie auf den Ausgleich, konnten sich aber erst mal auf Batz zwischen den Pfosten bedanken: Der frühere Freiburger rettete zweimal gegen den erneut starken Manzambi.
FSV-Coach Urs Fischer brachte dann Spielmacher Amiri erstmals nach dessen Verletzungspause. Doch auch ihm fiel nicht mehr viel ein. Am Ende stand die dritte Bundesliga-Niederlage für die Mainzer im 16. Spiel unter Fischer.