Dank „Weltstar“ Vuskovic: Klassenverbleib für HSV ganz nah
Luka Vuskovic war beim HSV wieder einmal der Matchwinner. Foto: Andreas Gora/dpa
Wohl dem, der einen solchen Verteidiger in seinen Reihen hat. Dank Luka Vuskovic kann der HSV schon fast für ein weiteres Jahr Erste Liga planen. Dann aber wohl ohne den 19-Jährigen.
Wolfsburg. Gegensätzlicher hätten die Bilder nach dem intensiven Nordduell im Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga nicht sein können. Vor der Fankurve des VfL Wolfsburg stiegen schwarze Rauchschwaden auf, auf dem Boden lagen brennende Pyrofackeln und Fanutensilien. Und eine Ordnerkette schützte das VfL-Team nach dem 1:2 (1:1) vor den wütenden Ultras.
Auf der Gegenseite tanzten die Hamburger Spieler ausgelassen vor ihren Anhängern und feierten den vielleicht schon entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt. Rund 10.000 HSV-Fans hatten sich auf den Weg in die VW-Stadt gemacht und sorgten in der Volkswagen Arena für Gänsehaut-Stimmung aus Hamburger Sicht.
HSV zeigt Reaktion auf Niederlagen
„Der Support unserer Fans war der Wahnsinn! Es hat sich angefühlt wie ein Heimspiel. Das hat uns sehr gepusht“, sagte Miro Muheim. „Wir wollten zum Ende dieser Woche eine weitere Niederlage unbedingt verhindern. Vor allem wollten wir eine andere Art und Weise zeigen, als es gegen Leipzig und Leverkusen der Fall war.“
Das gelang dem HSV, auch wenn spielerisch erneut einiges im Argen blieb. Doch nach den beiden Heimniederlagen gegen Leipzig und Leverkusen steckte der Aufsteiger in Wolfsburg auch den Rückstand durch einen von Christian Eriksen verwandelten Elfmeter weg (22. Minute).
Vuskovic überragt
Vor allem, weil der HSV in Luka Vuskovic den überragenden Spieler auf dem Platz in seinen Reihen hatte. Die Rudelbildung nach dem Spiel fand zwar ohne ihn statt. Ansonsten war der Abwehrchef des Hamburger SV aber wieder einmal überall. Der 19-Jährige sorgte per Strafstoß für das 1:1, nachdem er zuvor selbst gefoult worden war (33.).
Dann holte Vuskovic auch noch den zweiten Elfmeter für den HSV heraus, den Jean-Luc Dompé zum Siegtreffer verwandelte (58.). Und als die Wolfsburger in der Schlussphase noch einmal alles nach vorn warfen, war es vor allem Vuskovic, der den Ausgleich der Gastgeber verhinderte.
Für Mitspieler schon ein „Weltstar“
„Der kann alles. Er gibt uns viel Rückhalt. Ich bin froh, dass er in unserer Mannschaft ist“, sagte Nicolai Remberg über die wieder einmal überragende Nummer 44 des HSV. „Ich würde immer gerne Weltstar sagen, aber der ist noch so jung und hat noch so viel vor sich. Ich war mit 19 bei weitem nicht so weit“, geriet Remberg regelrecht ins Schwärmen, als er über den von Tottenham Hotspur ausgeliehenen Innenverteidiger sprach.
Der Hochgelobte selbst blieb bescheiden. „Ich bin froh, dass ich dem Team vorne und hinten helfen konnte“, sagte Vuskovic. „Es ist einfach toll, dass ich Teil einer solchen Mannschaft sein kann.“ Im Sommer wird es ihn aber wohl wegziehen. Die Topclubs stehen längst Schlange.
Der HSV kann dagegen bereits für ein weiteres Jahr in Liga eins planen. Der Vorsprung auf den VfL Wolfsburg auf Platz 17 beträgt durch den Dreier am Samstag jetzt schon neun Punkte. Dementsprechend zufrieden war Trainer Merlin Polzin und lobte vor allem den Zusammenhalt im Team: „Wenn man sieht, wie sich die Jungs gegenseitig nach gelungenen Aktionen abfeiern, ist das eine Facette der Mannschaft, die mir sehr viel gibt“, sagte der HSV-Coach.