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Küstenschutz

Deichschauen beendet: Herausforderung Klimawandel

Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (l, Bündnis 90/Die Grünen).

Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (l, Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Frank Molter/dpa

In welchem Zustand sind die Deiche zu Beginn der stürmischen Jahreszeit? Darüber verschaffen sich Experten in Schleswig-Holstein bei Deichschauen Klarheit. Der Blick reicht auch in die Zukunft.

Von dpa 16.11.2023, 15:20 Uhr
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Föhr. Mit der Inspektion auf der Nordseeinsel Föhr sind am Donnerstag die herbstlichen Deichschauen an der schleswig-holsteinischen Westküste zu Ende gegangen. Nach einer vergleichsweise ruhigen Sturmflutsaison 2022/23 seien die Deiche bereits im Frühjahr in einem sehr guten Zustand gewesen, teilte der Geschäftsbereichsleiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN.SH), Fabian Lücht, mit.

Zudem seien Mäuse, Maulwürfe und Kaninchen, die im Deich wühlen, deutlich weniger aktiv gewesen als in den Jahren zuvor. Entsprechend geringer sei der Aufwand für Ausbesserungsarbeiten gewesen.

Seit Mitte September gab es von der Haseldorfer Marsch bis Sylt 15 Deichschauen. „Küstenschutz muss kontinuierlich und mit einem hohen Aufwand betrieben werden, um erfolgreich zu sein“, so Lücht. Nur so könnten die Deiche Sturmfluten überstehen. Er dankte den rund 300 Wasserbauern in seinem Team, die an 365 Tagen im Jahr im Einsatz seien - und er dankte ausdrücklich auch den Schäfern. „Die gute Beweidung der Deiche durch die Schafe hat für eine hundertprozentig dichte Grasdecke gesorgt“, sagte Lücht.

An der Ostsee hatte sich im Oktober gezeigt, welch zerstörerische Kraft vom Sturm gegen die Küste getriebenes Wasser hat. Mehrere Deiche wurden überspült und stark beschädigt, es gab große Abbrüche an den Steilküsten und Schäden an der Infrastruktur.

Bereits Anfang November hatte Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) an einer Deichschau auf Eiderstedt teilgenommen. Er betonte dabei die Herausforderungen durch den Klimawandel. Allein auf der Halbinsel Eiderstedt würden 18.000 Menschen und zwei Milliarden Euro Sachwerte von Deichen geschützt. Nach und nach werden die Deiche an der schleswig-holsteinischen Westküste erhöht, um auch bei steigendem Meeresspiegel Sturmfluten standhalten zu können.

An der einschließlich Tideelbe rund 570 Kilometer langen Nordseeküste Schleswig-Holsteins erstrecken sich nach Angaben des Landesbetriebs mehr als 360 Kilometer Deiche unter Landesschutz. Der LKN.SH ist neben den Landesschutzdeichen der Westküste und weiteren 70 Kilometern an der Ostseeküste auch für rund 50 Kilometer Regionaldeiche auf den Halligen und Inseln zuständig.

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