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Demokratie

Drochtersen will eine Lichterkette gegen Hass und Hetze bilden

Mit diesem Plakat werben Gemeinde und Kirche für die Lichterkette gegen Hass und Hetze.

Mit diesem Plakat werben Gemeinde und Kirche für die Lichterkette gegen Hass und Hetze. Foto: Gemeinde Drochtersen

Kirche und Gemeinde wollen am 11. März in Drochtersen Haltung gegen Hass und Hetze zeigen. Sie rufen zu einer Lichterkette am Europäischen Gedenktag für die Opfer des Terrorismus auf. Warum es so wichtig ist, nicht nur in den Städten Zeichen zu setzen.

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Von Susanne Helfferich
Samstag, 02.03.2024, 19:26 Uhr

Drochtersen. Die Initiative ging von Astrid Richter aus, Mitglied des Drochterser Kirchenvorstandes. „Aktionen gegen Hass und Gewalt dürfen nicht auf die Städte beschränkt bleiben, sondern auch auf dem Land müssen wir Haltung zeigen“, sagt Richter. Rechtes Gedankengut brodele eher dort, auf dem Land, ist sie überzeugt. Je größer die Stadt oder die Gemeinde, desto liberaler das Denken, sagt Richter und verweist auf die Ergebnisse der Landtagswahl 2022. Damals erhielt in Drochtersen der AfD-Kandidat Sebastian Sieg 16,08 Prozent der Direktstimmen. In Ritsch kam die AfD auf 22,94 Prozent.

Dieser Rechtsruck müsse gestoppt werden. Mitstreiter fand Richter in Pastor Jan-Peter Schulze und Bürgermeister Mike Eckhoff. Bei einem Treffen am Donnerstagabend kamen 40 Menschen dazu. Gemeinsam wurde der Text formuliert, der nun an Schulen, an Vereine, Kindergärten, Ratsmitglieder und andere Interessierte geht. Darin heißt es: „Mit großer Sorge sehen wir uns einer zunehmenden Verbreitung rechtsextremistischer Ideologien in unserer Gesellschaft gegenüber. Um gemeinsam aktiv dagegen anzugehen und ein Zeichen für Toleranz, Vielfalt und Menschlichkeit zu setzen, laden wir alle herzlich zu einer Lichterkette ein.“

„Nicht nur in den Städten gibt es Hass und Hetze“

Eckhoff hatte schon beim Neujahrsempfang darauf hingewiesen, als er sagte, „wir müssen aufpassen, welche Stimmungen entstehen“. Jetzt unterstreicht er erneut: „Nicht nur in den Städten gibt es Hass und Hetze, auch in den Dörfern müssen wir hinhören, wie Menschen miteinander sprechen und wir müssen für unsere Werte, Toleranz, Mitmenschlichkeit und ein friedliches Miteinander, stehen.“

Pastor Schulze sagt: „Die Bedrohung unserer Demokratie von Rechts, aus Richtung AfD, bereitet mir große Sorge. Wir müssen deutlich machen, wo wir stehen.“ Die Veranstaltung am 11. März sei weder religiös noch parteipolitisch, sondern eine zivilgesellschaftliche Initiative. Schulze: „Wir müssen als Bürger Haltung zeigen.“

Treffpunkt ist am Montag, 11. März, um 18 Uhr bei der Drochterser Kirche. Teilnehmer werden gebeten, ein Licht mitzubringen.

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