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Transport

Erste ferngesteuerte Containerbrücken vor Inbetriebnahme

Eine ferngesteuerte Containerbrücke bewegt im Hamburger Hafen einen Seecontainer.

Eine ferngesteuerte Containerbrücke bewegt im Hamburger Hafen einen Seecontainer. Foto: Christian Charisius/dpa

Weltweit schreitet die Automatisierung der Seehäfen voran - so auch in Hamburg. Der Hafenlogistiker HHLA will im Februar die ersten ferngesteuerten Containerbrücken in den Betrieb einbinden.

Von dpa Freitag, 23.01.2026, 15:35 Uhr

Hamburg. Im Hamburger Hafen sollen im Februar die ersten ferngesteuerten Containerbrücken vollständig in den Betrieb eingebunden werden. Das teilte die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) mit. Die drei Brücken stehen am Terminal Altenwerder, das ist eines der vier Containerterminals im Hafen. Die HHLA testet die Brücken seit Ende 2025. 

Mitarbeiter der HHLA, die die neuen Brücken bedienen dürfen, mussten eine interne Ausbildung durchlaufen. Rund 70 haben bislang die Ausbildung zum Containerbrückenfernsteuerer abgeschlossen. Sie sitzen nicht länger auf der Brücke, sondern arbeiten in einem Bürogebäude. Dort nutzen sie Videobilder und Joysticks, um Container an einen vorgesehenen Platz zu bewegen. 

Die HHLA werde mit den neuen Systemen den Umschlag effizienter machen, sagte Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD). Firmenchef Jeroen Eijsink machte keine nähere Angabe, wie viele zusätzliche Container mit den ferngesteuerten Brücken umgeschlagen werden können. 

HHLA hat bei Liebherr geordert 

Die neuen Containerbrücken hat die Schweizer Firma Liebherr hergestellt. Sie sind bis zu 120 Meter hoch. Mit den Brücken können Containerschiffe mit bis zu 16.000 Standardcontainern be- und entladen werden. Eine neue Brücke koste etwa einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag, sagte Eijsink. 

Laut dem Firmenchef hat die HHLA aus technischen und betriebswirtschaftlichen Gründen bei Liebherr bestellt. Die HHLA werde auch künftig den chinesischen Hersteller ZPMC, der als Weltmarktführer gilt, als Lieferanten in Betracht ziehen. 

Die Lieferung der nächsten drei ferngesteuerten Liebherr-Containerbrücken erwartet die HHLA im April. Bis 2030 plant die HHLA, alle 14 Brücken am Terminal mit automatisierten zu ersetzen. Voraussichtlich sollen auch die weiteren Brücken von Liebherr geliefert werden, sage eine Firmensprecherin.

Auch der Wettbewerber setzt auf Automatisierung 

Das Unternehmen Eurogate, das ein Containerterminal in Hamburg betreibt, hat in Wilhelmshaven seit rund einem Jahr zwei ferngesteuerte Containerbrücken im Einsatz, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Für das Terminal in Hamburg seien vier solcher Brücken bestellt. Diese sollen zwischen Ende 2027 und Anfang 2028 geliefert werden.

HHLA-Firmenchef Eijsink gestikuliert neben einem Mitarbeiter, der eine Containerbrücke steuert.

HHLA-Firmenchef Eijsink gestikuliert neben einem Mitarbeiter, der eine Containerbrücke steuert. Foto: Christian Charisius/dpa

Kay Stolzenburg steuert vom Büro aus eine Containerbrücke.

Kay Stolzenburg steuert vom Büro aus eine Containerbrücke. Foto: Christian Charisius/dpa

Firmenchef Eijsink und Senatorin Leonhard stellen die neuen Containerbrücken vor.

Firmenchef Eijsink und Senatorin Leonhard stellen die neuen Containerbrücken vor. Foto: Christian Charisius/dpa

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