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Drogeriekette

Rossmann plant eigene Online-Apotheke

Rossmann gehört nach eigenen Angaben zu den größten Drogeriemarktketten in Europa – und sagt nun den klassischen Apotheken den Kampf an. (Archivbild)

Rossmann gehört nach eigenen Angaben zu den größten Drogeriemarktketten in Europa – und sagt nun den klassischen Apotheken den Kampf an. (Archivbild) Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Kaum ist dm mit einem digitalen Arzneiangebot gestartet, folgt der nächste große Player. Was zu Rossmanns Plänen bekannt ist – und warum Medikamente zunehmend online gekauft werden.

Von dpa Freitag, 23.01.2026, 08:50 Uhr

Burgwedel. Die Drogeriekette Rossmann bereitet den Aufbau einer eigenen Online-Apotheke vor. Das bestätigte das Unternehmen aus Burgwedel bei Hannover auf Anfrage. „Wir beschäftigen uns so intensiv damit, dass ich Ihnen sagen kann: Die Online-Apotheke wird kommen“, kündigte Raoul Roßmann, Sprecher der Geschäftsführung, an. Zuvor hatte die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet.

Das Apothekenangebot soll demnach aus den Niederlanden heraus gesteuert werden. Zudem soll die Rossmann-App eine zentrale Rolle bei dem Vorhaben spielen. Zu Zeitpunkt, Umfang und konkreter Ausgestaltung der Online-Apotheke äußerte sich Rossmann zunächst nicht weiter.

„dm hat die Erwartungshaltung erhöht“

Erst im Dezember startete Wettbewerber dm mit einer eigenen Online-Apotheke. Nach Angaben des Unternehmens umfasst das Angebot rezeptfreie Arzneimittel sowie apotheken-exklusive Produkte wie Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik und Medizinprodukte.

„dm hat die Erwartungshaltung erhöht. Rossmann kann sich diesem Trend kaum entziehen, wenn man relevant bleiben will“, sagt Carsten Kortum, Handelsprofessor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn. Er rechnet damit, dass auch Lebensmitteleinzelhändler noch in den Markt einsteigen.

Medikamente per Mausklick

Medikamente werden immer häufiger im Internet gekauft. Online-Apotheken wie Redcare Pharmacy (früher Shop Apotheke) und DocMorris verzeichnen eine steigende Nachfrage. Die Kategorie Medikament zählte im vergangenen Jahr zu den Gewinnern im Onlinehandel. Der Umsatz stieg in Deutschland um sechs Prozent, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (Bevh) mitteilte.

Ein wichtiger Grund für den Zuwachs ist das 2024 eingeführte E-Rezept. Die Bestellung verschreibungspflichtiger Medikamente sei dadurch erheblich einfacher geworden, sagt Handelsexperte Kortum. „Früher mussten Rezepte teils per Post an Versandapotheken geschickt werden, heute können Kunden sie digital einlösen.“ Vor allem für Ältere und chronisch Kranke sei die Lieferung deutlich bequemer.

Laut Bevh-Sprecher Frank Düssler punkten Online-Apotheken auch mit digitalen Beratungsangeboten per Video und oft günstigeren Preisen. Zudem sei es möglich, Menschen im ländlichen Raum besser zu erreichen, wo die Versorgung häufig nicht mehr flächendeckend gesichert ist.

Wolfgang Ciminski
23.01.202612:13 Uhr

Es besteht Nachfrage -> es entsteht ein Markt. Gut so.

Wolfgang Ciminski antwortete am
23.01.202623:22 Uhr

... meine Rede.

U
Ulla Bowe antwortete am
23.01.202622:21 Uhr

Die Duale Hochschule Baden Württemberg hat (Finanzierungs-) Partner, die eine Expertise zugunsten einer Präferenz des Internetvertriebs (anstelle des Apotheken-Einzelhandels) erwarten läßt. Sonst gibt's kein Geld von den Partnern.
Es hilft, Inhalte des Zeitungsartikels auch in der Tiefe zu verstehen.
Michael Bowe

Wolfgang Ciminski antwortete am
23.01.202619:05 Uhr

Gut. Sie haben den Artikel oben nicht vollständig gelesen (oder verstanden).

U
Ulla Bowe antwortete am
23.01.202617:42 Uhr

Nachfrage besteht leider auch nach Kokain und Co. Auch da ist ein Markt entstanden. Auch gut so?
Auch Haschisch wird nach der Legalisierung vermehrt Online geordert, - und das ganz bestimmt nicht nur aufgrund medizinischer Indikation.
Nicht alles, wonach Nachfrage besteht, ist gut für die Verbraucher.
Michael Bowe

U
Ulla Bowe
23.01.202610:07 Uhr

Das Apothekensterben wird dadurch beschleunigt.
Ist das wirklich gewollt?
WIr sollten uns aus mehreren guten Gründen sehr genau überlegen, ob es nicht besser wäre, die persönliche Vor-Ort-Beratung dem (früher oder später KI-gestützten) digitalen ANgebot vorzuziehen!
Michael Bowe

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