Geest-Delegation in Äthiopien: So lief die Reise der Waisenhilfe
Die Reisegruppe mit ihren Gastgeberinnen und Gastgebern in Gimbi. Foto: Kathleen Wohlers
Was die Spenden vor Ort in Äthiopien bewirken, zeigte sich im Februar der elfköpfigen Reisegruppe der Waisenhilfe Gimbi aus Ahlerstedt und Bargstedt.
Bargstedt. Meti ist 13 Jahre alt und möchte einmal Medizin studieren. Beide Eltern sind verstorben, nur ihre 21-jährige Schwester und eine Tante kümmern sich um das Mädchen, das seit sieben Jahren eines der Kinder ist, die von den Kirchengemeinden Ahlerstedt und Bargstedt unterstützt werden.
Anlässlich des 20. Bestehens der Waisenhilfe Gimbi reiste im Februar eine elfköpfige Gruppe von der Geest nach Äthiopien. Mitte April zeigte die Kirchengemeinde einem voll besetzten Gemeindehaus Eindrücke der Reise.
Seit 2006 unterstützt das Projekt äthiopische Kinder und Jugendliche, die einen oder beide Elternteile verloren haben. Im Fokus der Reise stand neben der Jubiläumsfeier vor allem der Austausch über das Projekt sowie die gemeinsamen Planungen mit dem Waisenhilfe-Komitee und Verantwortlichen vor Ort.
Auf dem Programm stand auch der Besuch bei den Kindern und ihren Angehörigen oder Caregivern. So werden diejenigen genannt, bei denen die Kinder leben. Manchmal ist es ein verbleibender Elternteil, Verwandte oder Nachbarn, die die verwaisten Kinder aufgenommen haben.
30 Euro im Monat für die Förderung eines Kindes
Die Reisegruppe verteilte kleine Geschenke, zu denen die Volksbank Geest, die Kreissparkasse Stade und Edeka-Meibohm Stifte und Süßigkeiten beigesteuert hatten. Einmal im Jahr, zum Schuljahresbeginn, werden die Kinder des Projektes sowie ihre Geschwister mit Kleidung und Schulmaterial ausgestattet. 30 Euro pro Monat sind erforderlich, um ein Kind und gleichzeitig seine Geschwister zu fördern. Darin ist auch die medizinische Versorgung enthalten. 140 Kinder sind derzeit Teil des Projektes.
Eines davon ist seit sechs Jahren Kenani. Der Vater des 16-Jährigen ist verstorben, seine Mutter kümmert sich alleine um ihre drei Kinder, von denen eines gehörlos ist. „Seine Mutter hat für ihre Familie durch harte Arbeit viel erreicht“, berichtet die Waisenhilfe Gimbi in ihrer Mitteilung. Sie hat drei Stunden Fußweg entfernt einen Acker erworben und bestellt. Nun verkauft sie die Erträge.

Beim Infoabend im Gemeindehaus in Bargstedt ging es um das Waisenhilfe-Projekt. Foto: Christa Haar-Rathjen
„Mich beeindruckt, wie dieses Projekt so viel Gutes bewegt. Für die Familien, die Hilfe erhalten, bedeutet es einfach, die Hoffnung zu behalten. Keiner muss Angst haben vor dem nächsten Tag“, sagt Klaus Meyer aus Wangersen, der zufrieden auf die Reise zurückblickt.
Ein Komitee aus Gemeinde und Synode in Gimbi entscheidet über die Aufnahme ins Projekt. Voraussetzung ist der Schulbesuch. Nur wer regelmäßig zur Schule geht, bleibt im Projekt. Berücksichtigt werden vor allem Kinder, bei denen ein kontinuierlicher Schulbesuch realistisch ist. Davon profitieren oft auch die Geschwister.
38.000 Euro im Jahr: Spenden willkommen
Aktuell kümmern sich drei Social Worker um die 140 Kinder, ihre rund 170 Geschwister und die Caregiver. Darunter auch eine Frau, die die Bedürfnisse der Mädchen stärker im Blick hat. Sie erhalten einen Extrabetrag für Hygieneartikel. Rund 38.000 Euro an Spenden werden für das Projekt jährlich gebraucht. Darin enthalten sind auch die Gehälter der Social Worker.
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Im Laufe dieses Jahres sollen in zwei Durchgängen insgesamt 20 weitere Kinder aufgenommen werden, berichtet die Waisenhilfe Gimbi. Das erfordere mehr Organisation und die Anstellung mindestens einer weiteren Fachkraft. Weitere Spenden werden daher sehr begrüßt. Ein Besuch von der Partner aus Gimbi auf der Geest ist für 2027 geplant. (pme)
Spendenkonto
- Empfänger: Kirchengemeinde Bargstedt,
- Verwendungszweck: Waisenhilfe Gimbi,
- IBAN: DE94 2006 978 20088 1236 03, BIC GENODEF1APE, Volksbank Geest eG
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