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Fußball-Bundesliga

Nach Rückstand: HSV gewinnt bei Baumgart-Rückkehr gegen Union Berlin

Wiedersehen: HSV-Trainer Merlin Polzin (r) begrüßt seinen einstigen Chef und heutigen Union-Trainer Steffen Baumgart.

Wiedersehen: HSV-Trainer Merlin Polzin (r) begrüßt seinen einstigen Chef und heutigen Union-Trainer Steffen Baumgart. Foto: Christian Charisius/dpa

Steffen Baumgart wird freundlich begrüßt an seiner alten Wirkungsstätte. Mehr Nettigkeiten für seinen ehemaligen Cheftrainer und aktuellen Trainer von Union Berlin gibt es nicht vom Hamburger SV.

Von Claas Hennig, dpa Samstag, 14.02.2026, 17:40 Uhr

Hamburg. Der Hamburger SV hat seinem ehemaligen Cheftrainer Steffen Baumgart die Rückkehr ins Volksparkstadion verdorben. Unter seinem Nachfolger und früheren Assistenten Merlin Polzin kam der HSV gegen Baumgarts aktuellen Club 1. FC Union Berlin zu einem verdienten 3:2 (2:1) und baute seine Serie auf fünf Spiele ohne Niederlage aus. Die Berliner warten auch im siebten Spiel weiter auf den ersten Sieg in 2026.

Unbeeindruckt vom Rückstand

Auch vom überraschenden Rückstand durch den verwandelten Foulelfmeter des Berliners Leopold Querfeld (28.) ließ sich der 1887 gegründete HSV in seinem 1.887 Bundesliga-Spiel nicht irritieren. Ransford Königsdörffer (35.) und Nicolas Capaldo (45.+2) mit seinem Premieren-Treffer sorgten für die Pausen-Führung. Königsdörffer (82.) baute den Vorsprung mit seinem vierten Saisontor aus. Andrej Ilic (89.) gelang für Berlin nur noch der Anschluss.

Durch den Erfolg zog der Aufsteiger in der Tabelle bei einem Spiel weniger an den Berlinern vorbei und sind vorerst in sichereren Tabellengefilden.

HSV-Offensivdrang im ungewöhnlichen Jubiläums-Spiel

Die Hamburger taten alles, um das ungewöhnliche Jubiläum feierlich zu begehen, und waren entsprechend offensiv ausgerichtet. Unter anderem gab Cheftrainer Merlin Polzin Mittelstürmer Robert Glatzel zum zweiten Mal in dieser Saison die Chance in der Startelf.

Ungewöhnliches Jubiläum: Der 1887 gegründete HSV bestritt sein 1.887 Bundesliga-Spiel.

Ungewöhnliches Jubiläum: Der 1887 gegründete HSV bestritt sein 1.887 Bundesliga-Spiel. Foto: Christian Charisius/dpa

Schon früh kamen die Gastgeber vor 57.000 Zuschauer im ausverkauften Volksparkstadion zur ersten Möglichkeit gegen die gewohnt defensiven Berliner. Bakery Jatta (3.) wurde aber bei seinem Schuss kurz vor dem Tor noch von Rani Khedira geblockt.

Zwei aufregende Szenen im HSV-Strafraum

Nach der schwungvollen Anfangsphase war der HSV um Spielkontrolle bemüht, hatte am Ende der ersten Halbzeit 64 Prozent Ballbesitz und ein Riesenplus an Offensivaktionen. Die Gäste hatten hingegen lange keinen Torabschluss.

Aufregung gab es im Hamburger Strafraum, als Union-Stürmer Andrej Ilic (19.) und Hamburgs Verteidiger Jordan Torunarigha mit den Köpfen zusammenstießen. Schiedsrichter Florian Badstübner sah nichts Strafstoßwürdiges.

Wenige Minuten später zeigte der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt, nachdem Capaldo mit hohem Bein gegen Ilic im Strafraum vorging. Auch nach VAR-Prüfung blieb die Entscheidung. Querfeld traf sicher. Es war der erste Schuss auf das Tor von HSV-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes.

Brachte Union Berlin in Führung: Leopold Querfeld (l)

Brachte Union Berlin in Führung: Leopold Querfeld (l) Foto: Christian Charisius/dpa

HSV nicht geschockt

Die Hamburger ließen sich nicht entmutigen, spielten weiter nach vorn und belohnten sich mit dem wunderbar über Fabio Vieira und Glatzel herausgespielten Treffer durch Königsdörffer.

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wurde es noch einmal hektisch: Heuer Fernandes verpasste beim Herauslaufen den Ball. Der Berliner Ilic wurde entscheidend durch Torunarigha noch gestört, sodass der Ball am leeren Tor vorbeirollte. Im Gegenzug brachte der starke Capaldo dann den HSV in Führung. Heuer Fernandes atmete tief durch.

HSV erst weiter überlegen, dann im Glück

Nach dem Seitenwechsel blieben die Hanseaten am Drücker. Erneut war es Königsdörffer (59.), der es verpasste, die Führung auszubauen. Mitte der zweiten Halbzeit wurden die Berliner zunehmend gefährlicher. Der Schuss des eingewechselten Tim Skarke (64.) ging knapp am HSV-Tor vorbei. Dann traf Derrick Köhn (71.) mit einem Freistoß die Latte.

Erzielte seine Saisontore drei und vier: HSV-Stürmer Ransford Königsdörffer (l) im Duell mit Berlins Rani Khedira

Erzielte seine Saisontore drei und vier: HSV-Stürmer Ransford Königsdörffer (l) im Duell mit Berlins Rani Khedira Foto: Christian Charisius/dpa

Doch der HSV fing sich wieder. Königsdörffer (82.) traf nach schöner Einzelleistung erneut. Doch es wurde noch einmal spannend, als Ilic verkürzte. Mit Glück und Können verteidigte der HSV seinen knappen Vorsprung erfolgreich.

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