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Kunstverein Stade

„Im Sturm“: Zwei Künstlerinnen stellen im Schleusenhaus in Stade aus

Aggressiver Frühlingssturm mit zarten Blüten: Beatrice Dettmann präsentiert „F.- Sturm 2“ von 2024.

Aggressiver Frühlingssturm mit zarten Blüten: Beatrice Dettmann präsentiert „F.- Sturm 2“ von 2024. Foto: Beatrice Dettmann

Zwei Künstlerinnen stellen Werke zum Thema „Im Sturm“ im Schleusenhaus in Stade aus. Eröffnet wird die Ausstellung mit einer Vernissage am Sonntag, 3. Mai, 11 Uhr.

Von Redaktion Dienstag, 28.04.2026, 16:04 Uhr

Stade. Der Kunstverein Stade veranstaltet die Ausstellung „Im Sturm - Malerei, Zeichnung und Wandrelief“ im Kunstpunkt Schleusenhaus, Altländer Straße 2.

Auseinandersetzungen mit dem Thema Sturm

Monika Bulang-Lörcher und Beatrice Dettmann zeigen ihre Auseinandersetzungen mit dem Thema Sturm, das sie in einer gemeinsamen Arbeitsphase im Künstlerhaus Lukas im winterlichen Ahrenshoop entwickelt haben. Ein Ort an der Ostsee, an dem man sich der Natur besonders im Winter ausgeliefert fühlen kann: Sturmwolken und zugleich die innerliche Zerrissenheit und Sehnsucht nach Aufbruch und Frühling.

Die Künstlerinnen interpretieren Sturm in unterschiedlichen malerischen Positionen und verwenden vielfältige Techniken wie Öl, Grafit, Gouache, Monotypie, Bleistiftzeichnung, Relief, Acryl und Keramik als plastisches Wandrelief.

Monika Bulang-Lörcher: Spuren eines Sturms

Monika Bulang-Lörcher vertieft sich in Spuren eines äußerlichen Sturms, die gleichzeitig auch eine innere Auseinandersetzung thematisieren. Sturm kann als Naturerlebnis oder als Metapher psychischer Zustände, zum Beispiel in dem Bild „Die Welt tobt“ (Mischtechnik, 27 x 27 Zentimeter, 2022) verstanden werden. Die Künstlerin wählt exemplarisch kleine Strukturen aus. Sie sucht ein Detail, das das Ganze in seiner verdichteten Struktur beinhaltet. Die Künstlerin malt und zeichnet mit Acryl, Tusche, Farb- und- Bleistiften, in denen sie kratzt und schabt, bis die Farbe fast wieder weg ist.

Beatrice Dettmann: Bewegung und Strömung

Beatrice Dettmann interpretiert Sturm in Werken wie „F.- Sturm 2“ (Mischtechnik auf Leinwand, 40 x 40 Zentimeter, 2024) in leuchtenden Neonfarben als aggressiven Frühlingssturm mit zarten Blüten. Hier ist Bewegung zu sehen, Ballung, Zerrissenheit, aber auch Hoffnung. Die Vorstellung von Bewegung und Strömung setzt die Künstlerin in plastischen, farbig glasierten Wandobjekten um. In Werken wie „P. Sturm 2“ (Monotypie und Mischtechnik, 18 x 24 Zentimeter, 2024) hingegen arbeitet die Künstlerin mit der Technik der Monotypie in schrundigen Grautönen. Hier stellt sie die künstlerische Nähe zu Walter Benjamin her: Der rückwärts in die Zukunft getriebene „Engel der Geschichte“ blickt im Sturm der Panzer erschrocken auf die Gegenwart.

Werkstattgespräch im Schleusenhaus

Im Rahmen der Ausstellung wird ein Werkstattgespräch „Der Engel der Geschichte“ mit Stefan Stanjek im Schleusenhaus am Samstag, 30. Mai, 14 Uhr, veranstaltet.

Beide Künstlerinnen studierten zunächst in Hamburg und sind heute in zahlreichen nationalen und internationalen Sammlungen, Messen und Ausstellungen vertreten, unter anderem im Hamburger Senat und im Europa-Parlament.

Öffnungszeiten und Informationen

Die Ausstellung ist vom 3. Mai bis 21. Juni im Schleusenhaus zu sehen. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag von 13 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos: www.kunstvereinstade.de. (sal)

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Sturm als Naturerlebnis oder als Metapher psychischer Zustände: Monika Bulang-Lörcher zeigt „Die Welt tobt“ von 2022.

Sturm als Naturerlebnis oder als Metapher psychischer Zustände: Monika Bulang-Lörcher zeigt „Die Welt tobt“ von 2022. Foto: Monika Bulang-Lörcher

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