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Sicherheit in Städten

Innenministerin Behrens will Sicherheitsempfinden stärken

Innenministerin Behrens will neben einer sinkenden Kriminalitätsstatistik auch das Sicherheitsgefühl der Menschen stärken. (Archivbild)

Innenministerin Behrens will neben einer sinkenden Kriminalitätsstatistik auch das Sicherheitsgefühl der Menschen stärken. (Archivbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Obwohl die Kriminalität sinkt, fühlen sich viele Menschen unsicher. Die zuständige Ministerin schaut sich deshalb in Braunschweig an, was Großstädte tun können, um das Sicherheitsgefühl zu stärken.

Von dpa Dienstag, 17.03.2026, 11:00 Uhr

Braunschweig. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens will parallel zu statistisch sinkender Kriminalität auch das Sicherheitsgefühl der Menschen steigern. Das Land sei zwar faktisch sicher, sagte die SPD-Politikerin. „Aber wir wissen aus Befragungen, dass sich die Menschen trotzdem unwohl fühlen“, sagte Behrens bei einem Besuch in Braunschweig.

„Das Gefühl, das die Menschen haben, wenn sie unterwegs sind, ist manchmal Unsicherheit und Unwohlsein“, so die Ministerin. Das Land, die Kommunen und die Polizei versuchen ihr zufolge daher alles, um für ein gutes Gefühl zu sorgen. 

Ministerin: Subjektives Gefühl manchmal anderes als Fakten

Die sinkenden Fallzahlen überzeugen nach Behrens Einschätzung die Menschen nicht immer. „Das subjektive Gefühl ist manchmal ein anderes als die Fakten“, sagte die Ministerin. Die Algorithmen der Social-Media-Anbieter konzentrierten sich auf schlechte Emotionen. Dadurch entstehe das Gefühl, das man von Kriminalität umgeben sei. 

Bei einem Rundgang durch Niedersachsens zweitgrößte Stadt besuchte Behrens daher einige Orte, an denen die Stadt und die Polizei zuletzt versucht haben, das subjektive Sicherheitsempfinden zu verbessern - unter anderem durch Waffenverbotszonen. In diesen Bereichen könne die Polizei besser kontrollieren, der Kontrolldruck sei größer. „Die Menschen wissen, wie sie sich zu verhalten haben und das wirkt“, sagte Behrens. 

Waffenverbot im öffentlichen Nahverkehr kommt 

Auch deshalb werde das Ministerium zum kommenden Monat ein landesweites Waffenverbot im öffentlichen Nahverkehr erlassen. Es gebe in Bussen und an Haltestellen Unsicherheiten und auch Vorfälle. Dafür brauche es eine landesweite Verordnung, damit die Polizei auch in Bussen und Bahnen kontrollieren könne, ob jemand ein Messer bei sich trage. 

Das Vorgehen in Braunschweig überzeugte die Ministerin, weil es dort mit einem Maßnahmenmix darum gehe, das subjektive Sicherheitsempfinden zu stärken. Ziel ist es, für mehr Sauberkeit zu sorgen, bestimmte Orte mit mehr Helligkeit auszuleuchten und in einigen Bereichen Videoüberwachung einzusetzen.

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H
Helmut Wiegers
17.03.202612:12 Uhr

"Ministerin: Subjektives Gefühl manchmal anderes als Fakten". Der ehemalige Hamburger Innensenator Wrocklage hatte es etwas anders, aber inhaltlich sinngemä0 identisch, formuliert: "Das subjektive Sicherheitsempfinden entspricht nicht der objektiven Lage". Damit hatte er den Unmut der Bevölkerung über die Sicherheitspolitik der SPD auf die Spitze getrieben. Kurz vor den Wahlen wurde er ausgetauscht gegen Olaf Scholz. Scholz hatte einen anderen Spruch auf Lager: "Ich bin liberal, aber nicht doof". Danach passierte, wie immer, nichts. Die Folge: Zwei Wahlniederlagen für die SPD in Folge. Es wird der SPD in Niedersachsen nicht anders ergehen.

J
Jochen Mextorf
17.03.202607:48 Uhr

Politische Märchenstunden tragen nicht zum Sicherheitsgefühl der Bürger bei. Steigende Anzahl von Messerattacken (3200 p.a. 2025) werden aus der aus dem Begriff "Gewaltkriminalität" ausgegliedert.
Für wie blöd hält man den niedersächsischen Bürger eigentlich? Täglich 8 Messerattacken statistisch sind bemerkenswert. Sie verunsichern den Bürger mächtig. Messerverbotszonen sind lächerlich und nutzlos.

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