Italien nach Playoff-Sieg: Vorerst von „Monstern“ befreit
Sorgte für die Befreiung: Italiens 1:0-Torschütze Sandro Tonali (r) Foto: Jonathan Moscrop/CSM via ZUMA Press Wire/dpa
Italien kann vorerst aufatmen. Nach dem Quali-Erfolg über Nordirland fehlt nur noch ein Sieg für das WM-Ticket im Sommer.
Bergamo. Nach Italiens mühsamem Auftaktsieg in den Qualifikations-Playoffs zur Fußball-WM ist die Erleichterung beim viermaligen Weltmeister groß. „Wir haben in dieser Woche ein bisschen Monster gesehen, wenn du zurückdenkst an das, was Italien in den letzten Jahren passiert ist“, sagte Mittelfeldspieler Sandro Tonali nach dem 2:0 (0:0) gegen Nordirland. Durch den Erfolg zog Italien ins Playoff-Finale ein, das am Dienstag in Bosnien steigt.
Sowohl 2018 als auch 2022 mussten die Italiener bei der WM zuschauen, weil sie in den Quali-Playoffs gescheitert waren. Auch gegen die Nordiren taten sie sich zunächst schwer. „Wir waren nervös und ängstlich“, räumte Tonali ein. Der Profi von Newcastle United traf zum 1:0 (56. Minute), Fiorentina-Stürmer Moise Kean (80.) ließ das Team und die Zuschauer mit dem zweiten Tor aufatmen. „Wir haben uns aber von allem befreit“, betonte Tonali.
„Das ganze Land auf meinen Schultern“
Der Druck auf den „Azzurri“ war riesig. Am Spieltag etwa druckte die „Gazzetta dello Sport“ Fotos von jugendlichen Fans und Kindern auf ihrer Titelseite, um zu zeigen, dass sie noch nie Italien bei einer Weltmeisterschaft gesehen haben. „Wir haben diese enorme Verantwortung gegenüber den Kindern gespürt“, räumte Juventus-Routinier Manuel Locatelli ein. Stürmer Kean schilderte: „Nach meinem Tor habe ich das ganze Land auf meinen Schultern gespürt.“
Nach dem Jubel über den Erfolg mahnten alle Protagonisten schnell, dass ihnen noch ein schweres Match gegen die Bosnier um Altmeister Edin Dzeko bevorsteht. „Wir werden noch mindestens 90 Minuten durch das Feuer gehen müssen“, sagte Tonali. Nationalcoach Gennaro Gattuso hofft: „Den Druck, den wir verspüren, den haben auch die anderen.“ Nach den Debakeln 2018 gegen Schweden und 2022 gegen Nordmazedonien soll nun in Zenica in Bosnien das Happy End folgen.

Darf erst einmal aufatmen: Italiens Nationaltrainer Gennaro Gattuso Foto: Marco Iacobucci/LiveMedia-IPA/ZUMA Press Wire/dpa