Kiel rückt die Kräfteverhältnisse wieder in Richtung THW
Trainer Filip Jicha gelang der 68. Derby-Sieg des THW Kiel gegen Flensburg. (Archivbild) Foto: Frank Molter/dpa
Das 37:33 ist der 68. Sieg des THW Kiel im 116. Nordderby gegen die SG Flensburg-Handewitt. Im Kampf um einen Platz in der Champions League hat der Rekordmeister jetzt Oberwasser.
Kiel/Flensburg. Zumindest im Handball-Norden hat der THW Kiel die Kräfteverhältnisse wieder in seine Richtung gerückt. Das 37:33 (23:17) im 116. Schleswig-Holstein-Derby gegen die SG Flensburg-Handewitt war der dritte Sieg nacheinander innerhalb von knapp vier Wochen und der 68. über den Erzrivalen insgesamt. Nach zuvor zwei Erfolgen in der European League behielten die „Zebras“ nun auch in der Bundesliga die Oberhand.
Ob der gewonnene Handball-Clasico für den Rekordmeister auch auf die nationale Ebene abstrahlt, muss sich zeigen. Immerhin aber mischt die Mannschaft von Trainer Filip Jicha mit 36:14 Punkten im Kampf um einen Platz in der Champions League wieder kräftig mit. „Wir wollen jedes Spiel bis Saisonende gewinnen“, kündigte THW-Kapitän Domagoj Duvnjak für die restlichen neun Partien an. „Es bleibt weiter spannend“, ergänzte Jicha.
Flensburg mit schwierigem Restprogramm
In der Tabelle stehen die Flensburger, die das Hinspiel gegen den THW knapp mit 36:34 für sich entschieden hatten, mit 39:11 Zählern noch deutlich vor den Kielern, doch mit den Spielen gegen den souveränen Spitzenreiter SC Magdeburg und Titelverteidiger Füchse Berlin hat die SG das klar schwierigere Restprogramm.
Am Samstag war Rückraumspieler Lasse Möller mit seinen 14 Toren der einzige Flensburger, der die Kieler in Gefahr brachte. Schlussendlich musste aber auch der 29 Jahre alte Däne feststellen: „Es war kein Tag, an dem wir zwei Punkte holen konnten.“. Dafür war der Rekordmeister aus der Landeshauptstadt an diesem Abend einfach zu stark, und ohne den erkrankt fehlenden Marko Grgic sowie mit dem angeschlagen spielenden Simon Pytlick fehlten den Flensburgern die Alternativen.

Trainer Ales Pajovic musste anerkennen, dass die SG Flensburg-Handewitt „nicht gut genug“ war. (Archivbild) Foto: Frank Molter/dpa
Immerhin bewies die SG Charakter und kämpfte sich nach einem 20:31 (40. Minute) noch einmal in die Nähe der Kieler. Das sah auch Flensburgs Trainer Ales Pajovic so: „Wir haben alles gegeben, aber für heute war das nicht gut genug.“
Weiter geht es nach der Länderspielpause
Wegen der jetzt anstehenden Länderspielpause geht es in der Bundesliga erst am übernächsten Freitag weiter. Am 27. März empfangen die Flensburger Aufsteiger GWD Minden. Der THW Kiel muss zur MT Melsungen reisen.
Nicht ausgeschlossen ist, dass es in dieser Saison noch zum fünften Aufeinandertreffen und zum dann 117. Derby kommt. In der European League stehen der THW und die SG in der K.-o.-Runde und könnten sich beim Final Four am 30./31. Mai in Hamburg begegnen. Bei bislang 3:1 Siegen steht aber schon jetzt fest, dass die inoffizielle Nordmeisterschaft in dieser Serie nach Kiel geht.