Kommt die Bundeswehr zurück nach Cuxhaven?
Die Bundeswehr könnte nach Cuxhaven zurückkehren. (Symbolbild) Foto: Soeren Stache/dpa
Die Bundeswehr braucht dringend mehr Platz für den Wehrdienst. Acht Standorte sind bundesweit in der engeren Auswahl – darunter auch eine ehemalige Kaserne an der Küste.
Cuxhaven/Berlin. Die Bundeswehr erwägt, eine ehemalige Kaserne an der niedersächsischen Küste zu reaktivieren. Die neuen Rekruten des Wehrdienstes könnten möglicherweise in der ehemaligen Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Cuxhaven unterkommen, teilte das Bundesverteidigungsministerium in Berlin mit. Die Kaserne gilt als einer von acht möglichen Standorten in Deutschland.
Das Gelände eigne sich aufgrund seiner Lage, seiner Infrastruktur und seiner Kapazitäten besonders gut für den neuen Wehrdienst, hieß es. Eine finale Entscheidung über die Reaktivierung sei noch nicht getroffen. Man gehe bei den Planungen nun in die nächste Phase. Man werde mit allen relevanten Akteuren die Möglichkeiten und Herausforderungen einer zukünftigen Nutzung vor Ort erörtern, teilte das Ministerium mit.
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Die Stadt Cuxhaven begrüßt das Interesse der Bundeswehr an der ehemaligen Kaserne. Rund 2.000 Soldatinnen und Soldaten könnten dort unterkommen. Vor zwei Jahren war mal im Gespräch, die ehemalige Kaserne als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen sollte das Gebäude abgerissen und die Fläche anders genutzt werden.

Still ruht der seit Ende 2014 der Betrieb in der früheren Altenwalder Kaserne. Foto: Reese-Winne
Über diese Bundeswehr-Standorte wird entschieden:
Neben der ehemaligen Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Cuxhaven-Altenwalde (Niedersachsen) sind das
- die ehemalige Rantzau-Kaserne in Boostedt (Schleswig-Holstein),
- die ehemalige Kurpfalz-Kaserne in Speyer (Rheinland-Pfalz),
- die ehemalige Unteroffizier-Krüger-Kaserne inklusive des ehemaligen Standortübungsplatzes (StOÜbPl) in Kusel (Rheinland-Pfalz),
- die ehemalige Kanaal-van-Wessem-Kaserne in Soest (Nordrhein-Westfalen),
- das ehemalige Joint Headquarters (HQ) NATO-Hauptquartier mit dem ehemaligen Wegberger Militärkomplex als StOÜbPl in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen),
- die ehemalige Graf-Stauffenberg-Kaserne inkl. des ehemaligen StOÜbPl in Sigmaringen (Baden-Württemberg),
- die ehemaligen Ray Barracks inkl. des ehemaligen US-Übungsplatzes Ockstadt als StOÜbPl in Friedberg (Hessen).
In sogenannten Standortdialogen und -gesprächen wird seit Herbst nach möglichst einvernehmlichen Lösungen für die künftige Nutzung der betroffenen Flächen und Liegenschaften gesucht. Seit dem Auftakt seien bereits 40 Liegenschaften wieder zur Konversion freigegeben worden. Wie der Begriff es bereits erahnen lässt, muss eine militärische Nutzung nicht unmittelbar nach der Entscheidung für einen Standort eingeleitet werden, es handelt sich um eine Reserve.
Seit 1. Januar gilt der neue freiwillige Wehrdienst
Das Gesetz für den neuen Wehrdienst auf freiwilliger Basis war am 1. Januar in Kraft getreten. Alle Männer und Frauen, die volljährig werden, erhalten Fragebögen, um Eignung und Motivation für die Bundeswehr zu erheben. Junge Männer müssen den Bogen verpflichtend ausfüllen, für junge Frauen ist dies freiwillig.
Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten Nato-Ziele. So soll die aktive Truppe auf 260.000 Männer und Frauen wachsen. Ende des ersten Quartals waren es rund 185.000. Zudem soll es 200.000 Männer und Frauen in der Reserve geben. Sollten die Zielkorridore verfehlt werden, kann der Bundestag über eine Wehrpflicht entscheiden. (cnv)