Kuba erhebt Recht auf Selbstverteidigung bei US-Angriff
Seit der Revolution 1959 unter den linken Revolutionsführer Fidel Castro sind die Beziehungen zwischen Kuba und den USA angespannt. (Archivbild) Foto: Ramon Espinosa/AP/dpa
Ein US-Nachrichtenportal berichtet über angebliche kubanische Drohnenpläne. Havanna spricht von unglaubwürdigen Anschuldigungen und kritisiert die Rechtfertigung möglicher US-Aktionen.
Havanna. Im Falle eines militärischen Angriffs der Vereinigten Staaten will Kuba laut Regierung sein „legitimes Recht auf Selbstverteidigung“ ausüben. „Die USA sind der Angreifer. Kuba ist das angegriffene Land, das sich auf das Recht auf Selbstverteidigung beruft“, schrieb Vizeaußenminister Carlos Fernández de Cossio auf der Plattform X.
Diese Aussage folgte auf einen Bericht des US-Nachrichtenportals „Axios“ zu angeblichen Vorbereitungen des sozialistisch regierten Inselstaates, im Ernstfall Drohnen gegen US-Ziele einzusetzen. Ohne sich direkt auf den Bericht zu beziehen, kritisierte der Vizeminister die Bemühungen, einen Angriff der USA gegen den Karibikstaat mit „immer unglaubwürdigeren Anschuldigungen“ zu rechtfertigen.
Auch die kubanische Botschaft in Washington sowie das Außenministerium in Havanna bekräftigten auf X das Recht Kubas auf Selbstverteidigung. Mit Vorwänden und Lügen würde die „logische Vorbereitung“ auf einen möglichen Angriff als etwas Außergewöhnliches dargestellt, erklärte die Botschaft.
Bericht: Kuba hat mehr als 300 Militärdrohnen erworben
„Axios“ berichtet, Kuba habe mehr als 300 Militärdrohnen erworben und vor kurzem damit begonnen, Pläne zu erörtern, diese für Angriffe auf den US-Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba, auf US-Militärschiffe und möglicherweise auf Key West im US-Bundesstaat Florida zu nutzen, das nur rund 170 Kilometer von Havanna entfernt liegt. Das US-Medium stützt sich dabei auf Geheimdienstinformationen, die ihm vorliegen.
Diese Informationen, die als Vorwand für eine militärische Aktion der USA dienen könnten, zeigten, in welchem Maße die Regierung von US-Präsident Donald Trump Kuba als Bedrohung sehe, zitiert „Axios“ einen hochrangigen US-Beamten. Neben den Entwicklungen bei Drohnen begründete er das demnach auch mit der Präsenz iranischer Militärberater in Havanna.
Jahrzehntelange angespannte Beziehung
Das Nachrichtenportal berichtet allerdings auch, dass US-Beamte nicht davon ausgehen würden, dass Kuba aktiv plane, US-Interessen anzugreifen. US-Geheimdienstinformationen deuteten darauf hin, dass Militärvertreter Kubas Pläne für den Einsatz von Drohnen erörterten, für den Fall, dass es zu Feindseligkeiten komme.
Seit der Revolution 1959 sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern angespannt. Unter Trump haben sie sich nochmals verschärft. Mit einer Reihe von neuen Sanktionen und einer Ölblockade erhöhte Trump den Druck, um auf Kuba einen wirtschaftlichen und politischen Wandel im Interesse der USA zu forcieren.