Landkreis Stade muss weitere 310 Flüchtlinge aufnehmen
Geflüchtete verlassen die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Standort Braunschweig. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Niedersachsen rechnet in den kommenden sechs Monaten mit 7000 Schutzsuchenden, die die Kommunen aufnehmen müssen. Bis zu 310 von ihnen muss der Landkreis Stade aufnehmen.
Stade. Das Niedersächsische Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung hat für den Zeitraum von April bis einschließlich September 2026 das neue Gesamtverteilkontingent festgesetzt. Das Land geht dabei von rund 7000 Geflüchteten aus, die in den kommenden sechs Monaten in den niedersächsischen Kommunen untergebracht und versorgt werden müssen.
Zahl der Asylsuchenden ist zurückgegangen
Insgesamt ist die Zahl der Asylsuchenden in den vergangenen zwei Jahren laut Land Niedersachsen deutlich zurückgegangen: Im Jahr 2024 hatten noch rund 18.700 Menschen in Niedersachsen Schutz gesucht. 2025 waren es lediglich rund 9800 Personen, die einen Asylantrag gestellt haben.
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Gründe dafür sind unter anderem eine Kombination aus europaweit verstärkten Grenzkontrollen, Kooperationen mit Herkunfts- und Transitstaaten sowie eine restriktivere Asylpolitik. Gleichzeitig wird die weltpolitische Lage genau beobachtet. Bisher haben die Konflikte im Nahen Osten nicht zu verstärkten Fluchtbewegungen nach Europa geführt. Die Lage ist aber ähnlich wie in der Ukraine schwer abzuschätzen.
Kontingentmitteilung ist lediglich Prognose
Über die Neufestsetzung des Gesamtverteilkontingents sind die Kommunen mit Erlass vom 2. April informiert worden. Bei der Höhe des Gesamtverteilkontingents ist zu beachten, dass es sich um eine Prognose handelt, die den jeweiligen Kommunen als Einschätzungshilfe für die kommenden sechs Monate dienen soll.
Es ist möglich, dass Änderungen der Zugangs- und Verteilsituation eintreten. Nach Ablauf des Gesamtverteilkontingents erfolgt eine Neufestsetzung.
Ministerin verspricht Planungssicherheit
Niedersachsens Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, sagt dazu: „Mit der Neufestsetzung des Verteilkontingents schaffen wir für die Kommunen so viel Planungssicherheit wie in einer von Krisen und Kriegen geprägten Welt möglich ist. Niemand kann heute verlässlich vorhersagen, inwieweit insbesondere der Krieg gegen den Iran zu neuen Migrationsbewegungen führen wird.
Deshalb ist es wichtig, dass wir uns im Bereich der Erstaufnahmeeinrichtungen weiterhin gut aufstellen. Unser Ziel ist es dabei, die Kommunen bestmöglich zu entlasten. Auch die Umsetzung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) wird hoffentlich dazu beitragen, dass wir in der EU zu einer besseren Steuerung der Migration und einer faireren Verteilung von Schutzsuchenden gelangen.“ (iha)
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