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Verteidigung

Linke-Chef: Sehe nicht, warum Russland angreifen sollte

Linke-Landeschef Peters erklärt, warum seine Partei die Wehrpflicht ablehnt.

Linke-Landeschef Peters erklärt, warum seine Partei die Wehrpflicht ablehnt. Foto: Shireen Broszies/dpa

Thorben Peters sieht für Deutschland keine akute Gefahr durch Russland. Eine Wehrpflicht lehnt er ab – und kritisiert die Werbung für die Bundeswehr.

Von dpa Montag, 15.12.2025, 08:34 Uhr

Hannover. Der niedersächsische Linke-Landeschef Thorben Peters hält eine militärische Bedrohung Deutschlands durch Russland für unwahrscheinlich. „Ich sehe keinen Grund, warum Russland Deutschland angreifen sollte“, sagte Peters der Deutschen Presse-Agentur. „Ich halte Putin für einen gefährlichen Menschen, aber ich habe noch nicht erlebt, dass Russland jemand Stärkeres angegriffen hat. Und die Nato ist Russland militärisch um ein Vielfaches überlegen.“

Der Linken-Politiker sagte, seine Partei sei absolut gegen eine verpflichtende Wehrpflicht. „Man sollte junge Menschen erstens nicht so in ihrer Selbstbestimmung beschneiden und zweitens sollte man den jungen Menschen nicht einreden, wir seien kurz davor, dass sie jetzt für unsere Sicherheit sterben müssen“, sagte Peters.

Linke sieht in Werbung für Bundeswehr eine „Verzerrung“

In der Werbung für die Bundeswehr werde so getan, als sei die Bundeswehr nur Spaß und Karriere. „Das halte ich für eine gefährliche Verzerrung“, sagte Peters. „Was der Dienst an der Waffe wirklich bedeutet, sehen wir an den schrecklichen Bildern in der Ukraine. Ich finde, darüber muss man die Leute aufklären.“ Er sei deswegen nicht nur gegen die Wehrpflicht, sondern auch gegen die Werbung der Bundeswehr an Schulen und in der Öffentlichkeit.

Die Linke ist derzeit nicht im niedersächsischen Landtag vertreten. Eine Umfrage sah sie zuletzt aber bei 6 Prozent, sodass sie auf einen Einzug ins Landesparlament bei der Niedersachsen-Wahl 2027 hoffen kann.

U
Ulla Bowe
15.12.202517:52 Uhr

Die Kritik an der Werbekampagne für die Bundeswehr mag in Teilen begründet sein, aber Herrn Peters Äußerung, daß er noch nicht gesehen habe, daß Russland einen Stärkeren angegriffen habe, zeugt von einer schlimmen Verharmlosung der akuten politischen russischen Politik. Er sagt damit zugleich indirekt, aber korrekt, aus, daß Russland in großer Feigheit Schwächere angreift. Wer feige ist, ist unberechenbar und daraus kann sehr schnell eben doch eine akute Gefahr erwachsen.
Eine derartige Vereinfachung geo-strategischer Sichtweisen ist nicht wählbar.
Michael Bowe

B
Burchard Neumaier
15.12.202512:05 Uhr

"Und die Nato ist Russland militärisch um ein Vielfaches überlegen." Und woher rührt diese Erkenntnis?

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