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Gewaltkriminalität

Mord in Ratzeburg: Fünf Jahre Haft für 23-Jährigen

Der jüngere der beiden Angeklagten legte ein umfangreiches Geständnis ab. (Archivbild)

Der jüngere der beiden Angeklagten legte ein umfangreiches Geständnis ab. (Archivbild) Foto: Markus Scholz/dpa

Nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen wurde ein junger Mann in Lübeck zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er gestand beim Prozessauftakt. Ein zweiter Angeklagter schwieg - und wurde freigesprochen.

Von dpa Mittwoch, 04.03.2026, 15:10 Uhr

Lübeck. Wegen des Mordes an einem 35-Jährigen im Mai 2021 hat das Landgericht Lübeck einen heute 23 Jahre alten Mann zu fünf Jahren Haft verurteilt. Ein weiterer heute 39-Jähriger wurde freigesprochen, wie eine Sprecherin des Gerichts mitteilte. Das Gericht war nicht zweifelsfrei davon überzeugt, dass beide Angeklagten den Mann töten. Zuvor berichtete die „Bild“.

Dies sei laut der Sprecherin zwar möglich, ebenso aber, dass der jüngere der beiden Angeklagten allein handelte. Bei der Höhe der Jugendstrafe habe das Gericht insbesondere berücksichtigt, dass der bei der Tat 19-Jährige geständig war. 

Der Prozess gegen die beiden Männer hat Anfang Januar mit einem umfassenden Geständnis des jüngeren Angeklagten begonnen. Er beteuerte, er sei nur unter Druck zum Helfer des heute 39 Jahre alten zweiten Angeklagten geworden. Dieser habe zunächst mit einer Holzlatte mehrfach gegen den Kopf des schlafenden Opfers geschlagen und dann den Mann so attackiert, dass er erstickte. Die Tat passierte am Morgen des 12. Mai 2021 in der Wohnung des Opfers in Ratzeburg, die Leiche war anschließend in Alt-Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg) vergraben worden.

Staatsanwaltschaft ging von heimtückischer Tat aus

Die Staatsanwaltschaft warf beiden Angeklagten vor, den Mann gemeinschaftlich heimtückisch getötet zu haben. Der ältere Angeklagte mit iranischer Staatsbürgerschaft schwieg zu Prozessbeginn.

Das Opfer war der ehemalige Lebensgefährte der Schwester des geständigen 23-jährigen Afghanen. Der ältere Angeklagte war zum Tatzeitpunkt der Lebensgefährte der Schwester. Grund für die Tat war nach Angaben des jungen Mannes, dass das spätere Opfer die Trennung nicht akzeptieren wollte und seine Schwester nicht in Ruhe gelassen habe.

Die beiden Männer waren früh in Verdacht geraten und hatten auch in Untersuchungshaft gesessen. Sie kamen aber wegen fehlender Beweise wieder auf freien Fuß. Die Leiche wurde im Dezember 2022 entdeckt. 

Der jüngere Angeklagte hatte sich nach einer Auseinandersetzung mit seinem Vater, der von der Tat gewusst haben soll, in Nordrhein-Westfalen der Polizei gestellt. Seine Mutter und weitere Familienangehörige, denen er sich anvertraut habe, hätten ihn dazu aufgefordert, sagte der junge Mann beim Prozessauftakt.

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