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Ukraine-Konflikt

Niedersachsen: Flüchtlingskinder sollen in Schulen vor Ort gehen

Grant Hendrik Tonne, Kultusminister von Niedersachsen.

Grant Hendrik Tonne, Kultusminister von Niedersachsen.

Hunderte Frauen mit Kindern suchen in Niedersachsen Schutz. Kultusminister Tonne möchte ukrainische Pädagoginnen in Kitas und Schulen einbinden. Lehrkräfte sehen große Herausforderungen, denn die Pandemie sei noch nicht vorbei.

Montag, 14.03.2022, 07:00 Uhr

Die nach Niedersachsen geflüchteten Kinder aus der Ukraine sollen alle ein Betreuungs- beziehungsweise Bildungsangebot bekommen. Dabei werde den Kita- und Schulträgern vor Ort in der akuten Notlage maximale Flexibilität ermöglicht, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne vor Landtagsabgeordneten des Kultusausschusses.

„Wir haben funktionierende und etablierte Strukturen, um Kinder und Jugendliche aufzunehmen und sie zu fördern“, erläuterte der SPD-Politiker. Die aktuelle Dramatik, Dimension und Dynamik der Fluchtbewegungen aufgrund des Krieges würden das System, so wie es ist, aber sehr schnell an Grenzen bringen.

Kinder sollen lernen – geflüchtete Mütter lehren

Bei den neuen Betreuungs- und Unterstützungsangeboten sollen die zugereisten Erwachsenen eingebunden werden. „Es werden insbesondere viele Frauen mit einer pädagogischen Grundbildung unter den geflüchteten Ukrainerinnen sein, deren Kompetenz wir dringend nutzen müssen“, sagte der Minister und nannte Lehrerinnen, Erzieherinnen, Musik- oder Theaterpädagoginnen, Wissenschaftlerinnen und Studierende.

„Ihre Kompetenzen werden wir in die weiteren Planungen einbeziehen müssen und entsprechende Einstellungsangebote generieren“, kündigte Tonne an. Es werde geprüft, sie als pädagogische Mitarbeiterinnen, Kulturvermittlerinnen, bestenfalls als Lehrerinnen beziehungsweise Quereinsteigerinnen einzustellen. „Es gibt keine Denkverbote in dieser Situation“, betonte der Minister. Im Kita-Bereich gehe es vor allem darum, wie Platz in Gruppen geschaffen werden könne.

Ukraine-Flüchtlinge: Sorgen um Impfstatus

Die Schulen benötigen nach Auffassung des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte zur Bewältigung der Herausforderung große personelle Unterstützung. Gleichzeitig müsse der Corona-Schutz gewährleistet bleiben, sagte Verbandschef Torsten Neumann am Freitag. Der Impfstatus der Geflüchteten liege bei etwa 35 Prozent. „Die Landesregierung muss umgehend dafür sorgen, dass die Geflüchteten ein Impfangebot erhalten. An den betroffenen Schulen sollten die Vorsichtsmaßnahmen wie regelmäßige Testungen und Schutzmasken beibehalten werden und entsprechende Impfangebote erfolgen“, sagte Neumann.

Wie viele Kita- und Schulkinder bisher aus der Ukraine nach Niedersachsen geflüchtet sind, ist unklar. Das Land will deshalb ein neues Meldesystem etablieren. In dieser Woche sollen erste Zahlen aus den Schulen vorliegen. (dpa)

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