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Holomedizin

Operation mit 3D-Bild - wie eine Rentnerin den Krebs besiegt

Vor und während der Operation nützen die Mediziner spezielle Brillen.

Vor und während der Operation nützen die Mediziner spezielle Brillen. Foto: Sina Schuldt/dpa

Antonie Deussen galt als hoffnungsloser Fall. Bis Ärzte mit einer besonderen Technologie ihr Leben retteten - und sie sich selbst ein Traum erfüllt.

Von dpa Samstag, 14.03.2026, 04:35 Uhr

Oldenburg/Hinte. Antonie Deussen sollte längst tot sein. „Ich wurde mehr oder weniger abgeschrieben“, erinnert sich die 79-Jährige aus Hinte (Landkreis Aurich). Ihre Ärzte hatten keine Hoffnung mehr und empfahlen ihr eine palliative Behandlung. „Ich hatte innerlich mit allem abgeschlossen.“ Doch es kam anders: Dank Holomedizin ist die Rentnerin wieder gesund.

Mit der Methode arbeitet das Oldenburger Pius-Hospital als eines von weltweit fünf Holomedizin-Zentren. Dabei setzen Mediziner spezielle Brillen auf, mit der sie Organe von Patienten dreidimensional vor sich in der Luft sehen, vergrößern und wenden können. Möglich ist das mit Augmented Reality: Mit einer Software werden radiologische Bilder in dreidimensionale Hologramme umgewandelt. Dank der Technologie können die Ärzte Tumore besser erkennen und entsprechend operieren.

Vom Versuchskaninchen zur Erfüllung eines Lebenstraums

Die vernichtende Diagnose kam 2019, wie Deussen erzählt. Darmkrebs, auch die Leber war betroffen. „Wenn man hört: Da kann man nichts mehr machen, das muss man palliativ behandeln ... .“ Die Stimme der 79-Jährigen bricht ab. „Man weiß: Das kann auf einmal ganz schnell gehen.“ Ein Arzt überbrachte ihr die schlechte Nachricht. „Er hat gesagt: Mein Gott, da kann man nicht drangehen. Die Leber sieht ja aus wie ein Schweizer Käse.“

Doch ihr Sohn wollte sich damit nicht abfinden - und kam zufällig mit einem Spezialisten der Oldenburger Klinik ins Gespräch, die den Eingriff mit Holomedizin wagten. Antonie Deussen war eine der ersten Patientinnen der Studie. „Es war mir bewusst, dass ich so eine Art Versuchskaninchen sein werde“, sagt die 79-Jährige. „Aber wenn man keine andere Wahl hat, dann riskiert man alles.“ Nach einer ersten Operation kam der Krebs zurück, Deussen vertraute sich ein weiteres Mal den Ärzten an. 

Seitdem gehe es ihr viel besser, sagt Deussen. „Ich habe wirklich das Gefühl, als hätte ich ein zweites Leben geschenkt gekriegt.“ Die Rentnerin nützt ihre Zeit für eine Reise nach Island. „Das war schon immer mein Traum.“ An manchen Tagen könne sie ihr Glück kaum fassen. „Da bin ich selber ganz perplex.“

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