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Philippi: Telefonische Krankschreibung entlastet Arztpraxen

Eine klare Meinung hat Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) zur aktuellen Diskussion um telefonische Krankschreibungen. (Archivbild)

Eine klare Meinung hat Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) zur aktuellen Diskussion um telefonische Krankschreibungen. (Archivbild) Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Sollte die telefonische Krankschreibung beibehalten werden? Gesundheitsminister Andreas Philippi meint: Wer krank ist, soll nicht zur Arbeit gehen - und warnt vor einem Generalverdacht gegen Kranke.

Von dpa Donnerstag, 22.01.2026, 18:45 Uhr

Hannover. In der aktuellen Debatte um die telefonische Krankschreibung hat Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) vor einem Generalverdacht gegen Patientinnen und Patienten gewarnt. „Die derzeitige Debatte darf nicht dazu führen, dass Menschen trotz Krankheit zur Arbeit gehen, weil sie Vorurteile oder Stigmatisierung fürchten“, sagte der Politiker, derzeit Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz, laut Mitteilung.

Krankheiten müssten auskuriert werden, damit Menschen ordentlich gesunden und Ansteckungen vermieden werden, erklärte Philippi. Telefonische oder Video-Krankschreibungen würden das Infektionsrisiko in Arztpraxen senken und auch die oft überlaufenen Hausarztpraxen entlasten. 

„Form von Entbürokratisierung“

Diese Formen der Krankschreibung seien auch eine Form der Entbürokratisierung und Vereinfachung von Abläufen. „Nach wie vor gilt, dass Krankschreibungen nur auf Grundlage einer vertragsärztlichen Untersuchung erfolgen dürfen – dies kann aber auch mittelbar persönlich im Rahmen einer Videosprechstunde oder nach telefonischer Anamnese erfolgen“, betonte der Politiker. 

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuletzt den hohen Krankenstand in Deutschland und die Möglichkeiten der telefonischen Krankschreibungen bemängelt. Gesundheitsministerin Nina Warken kündigte an, die Regelung überprüfen zu wollen. Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD heißt es zu Krankschreibungen ohne Arztbesuche: „Die telefonische Krankschreibung werden wir so verändern, dass Missbrauch zukünftig ausgeschlossen ist (zum Beispiel Ausschluss der Online-Krankschreibung durch private Online-Plattformen).“

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