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Fußball-Bundesliga

Pokal-Finalist VfB lässt Punkte gegen Werder liegen

Ermedin Demirovic glich für den VfB den Rückstand aus.

Ermedin Demirovic glich für den VfB den Rückstand aus. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Nach dem Kraftakt unter der Woche reicht es für den VfB nicht zum Sieg gegen Werder. Im Gerangel um die Champions-League-Teilnahme wird ein direktes Duell am kommenden Samstag umso wichtiger.

Von Kristina Puck, dpa Sonntag, 26.04.2026, 17:30 Uhr

Stuttgart. Inmitten der Euphorie um den Einzug ins DFB-Pokalfinale hat der VfB Stuttgart im Kampf um die Champions-League-Qualifikation einen Dämpfer erlitten. Gegen Abstiegskandidat Werder Bremen mussten sich die durchrotierten Schwaben von Trainer Sebastian Hoeneß nach einem Rückstand in ihrem 1000. Bundesliga-Heimspiel mit einem 1:1 (0:1) begnügen - und standen danach mit enttäuschten Gesichtern auf dem Rasen. 

„Der Punkt tut uns unfassbar gut“, sagte hingegen Werder-Torhüter Mio Backhaus, dessen Mannschaft einen sichtlichen Schub vom Derbysieg gegen den Hamburger SV mitgenommen hat. Drei Tage nach dem 2:1-Zittersieg in der Verlängerung des Pokal-Halbfinals gegen den SC Freiburg gerieten die Stuttgarter durch den Treffer von Jens Stage (18. Minute) in Rückstand. Joker Ermedin Demirovic glich in der zweiten Hälfte vor 60.000 Zuschauern aus (61.). 

„Ich glaube, wir verpennen so ein bisschen die Anfangsphase“, klagte der Stuttgarter Torschütze beim übertragenden Sender DAZN. „Ich glaube einfach, dass es am Ende zu wenig ist. Das tut schon weh heute. In dem Kampf, wo wir uns gerade befinden, da müssen wir jeden Dreier zu Hause holen.“ 

Werder mit wichtigem Punkt im Abstiegskampf

In der Tabelle schob sich der VfB zwar wieder an der TSG 1899 Hoffenheim vorbei auf den vierten Rang, ist aber punktgleich mit dem Konkurrenten. Das direkte Duell der beiden Landesrivalen am kommenden Samstag gewinnt damit an Bedeutung. 

Die Bremer von Trainer Daniel Thioune sicherten sich im Kampf gegen den Abstieg einen Punkt und vergrößerten den Abstand zum FC St. Pauli auf dem Relegationsrang auf sechs Zähler. Drei Spieltage vor dem Saisonende verbesserten sich die Hanseaten auf Rang zwölf. „Die erste Halbzeit waren wir richtig stark, gefährlich, hätten mehrere Tore machen können. Großer Respekt für unsere Jungs, das war top heute“, sagte Stage. 

„Es ist nicht wirklich Bundesliga-Alltag, jetzt sind wir voll in der Crunchtime. Es fällt alles einen Tick leichter durch das Wissen, dass wir es gepackt haben am Donnerstag“, sagte VfB-Trainer Hoeneß vor dem Anpfiff. Doch seiner auf sechs Positionen veränderten Elf war dies zunächst nicht anzumerken.

Die Bremer, die kurzfristig auf den angeschlagenen Kapitän Marco Friedl verzichten mussten, standen ordentlich in der Defensive, beschäftigten die Schwaben auch im Angriff. Und setzten den VfB mit dem 1:0 unter Zugzwang.

Stage sorgt für VfB-Rückschlag

Nach einem Einwurf verlagerte Werder das Spielgeschehen von der linken auf die rechte Seite. Stage leitete seinen Treffer mit einem Doppelpass mit Yukinari Sugawara ein und vollendete aus rund 15 Metern per Flachschuss ins linke Eck. Erst beim 3:1 gegen den HSV hatte sich der Mittelfeldspieler als Doppeltorschütze ausgezeichnet.

Werder jubelte über das 1:0 in Stuttgart.

Werder jubelte über das 1:0 in Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

El Khannouss und Undav verpassen Ausgleich

Der VfB war anschließend bemüht, den Rückstand wettzumachen. Werder-Torwart Mio Backhaus verhinderte jedoch den schnellen Ausgleich, als er reaktionsschnell einen wuchtigen Kopfball von Bilal El Khannouss über die Latte lenkte. Als Deniz Undav kurz vor der Pause aus der Drehung abschloss, musste Backhaus nicht eingreifen. Der Ball flog knapp am Pfosten vorbei.

Auf der Gegenseite nutzte es VfB-Leihgabe Jovan Milosevic nicht aus, dass Dan-Axel Zagadou im Strafraum ausrutschte. Der Innenverteidiger stand überraschend erstmals seit dem 9. November 2025 und seiner Oberschenkelverletzung wieder in der Startelf. Zur Halbzeit korrigierte Hoeneß seine Aufstellung und wechselte Zagadou gegen Ramon Hendriks aus.

Wechsel macht sich bezahlt

Nach dem Seitenwechsel bestimmte der VfB die Partie. Mit den Einwechslungen von Chris Führich und Ermedin Demirovic kam mehr Offensivschwung (57.) - und dies machte sich nur vier Minuten später bezahlt. 

Eine Kombination über Angelo Stiller und El Khannouss veredelte Demirovic per Kopfball zum 1:1. Zehn Minuten später hatte Stage aus kurzer Distanz die Gelegenheit zur erneuten Werder-Führung, scheiterte aber an VfB-Torwart Alexander Nübel.

Ermedin Demirovic glich für den VfB den Rückstand aus.

Ermedin Demirovic glich für den VfB den Rückstand aus. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

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