Polizei deckt mehr illegales Glücksspiel auf
Wie viele Pflaumen sind in einer Reihe? Je mehr, desto besser. Szene aus einer legalen Spielothek in Deutschland. Foto: Wolf von Dewitz/dpa
Spielautomaten-Anbieter haben eine Pechsträhne. Ein Spielverderber namens Schwarzmarkt erschwert den legalen Firmen das Geschäft. Die Polizei und das Ordnungsamt gehen dagegen vor.
Kiel. Schleswig-Holsteins Ordnungshüter haben im vergangenen Jahr mehr illegale Spielhallen und andere illegale Spielstätten ausgehoben. Wie das Innenministerium mitteilte, registrierte die Polizei 54 unerlaubte Glücksspiel-Veranstaltungen. 2023 waren es nur 19 gewesen und ein Jahr später 31.
Auch die Anzahl der involvierten Menschen stieg: Hatte die Polizei 2023 noch 133 Beteiligungen an unerlaubtem Glücksspiel festgestellt, so waren es ein Jahr später bereits 318 Beteiligungen und 2025 373 Beteiligungen. Die Anzahl der Tatverdächtigen ist in der Regel etwas höher, da sich mancher Beteiligungsvorwurf auch gegen mehrere Menschen richtet. In den meisten Fällen ist aber nur ein Mensch gemeint.
Es geht um Pokerrunden und andere Spiele sowie um Automaten in Kneipen, Kulturvereinen und andere Einrichtungen. Für die Kontrolle der Automaten sind zwar die Ordnungsämter zuständig, bei Razzien der Polizei fliegt häufig aber auch der unerlaubte Automaten-Einsatz auf. Legale Spielotheken-Anbieter wie die Firmen Merkur aus Espelkamp (NRW) und Löwen Entertainment (Rheinland-Pfalz) beklagen sich über einen boomenden Schwarzmarkt, der ihre Geschäfte erschwere.
Aus Sicht von Branchenexperten hat das Problem des illegalen Glücksspiels einen unterschiedlichen Stellenwert in den Bundesländern: Während manche Bundesländer eher wenig tun und dies mit der Dringlichkeit des Vorgehens gegen andere Straftaten begründen, so wird Schleswig-Holstein attestiert, das Problem ernst zu nehmen. Blickt man auf andere Bundesländer, so sind die von Schleswig-Holstein ermittelten Fallzahlen tatsächlich relativ hoch.