Zähl Pixel
Lager vor Abverkauf

Preise gesunken: So viel kosten neue E-Bikes im Schnitt

Gut zwei Drittel der Fahrräder werden über den stationären Fachhandel abgesetzt, weitere 24 Prozent kommen über spezialisierte Online-Händler.

Gut zwei Drittel der Fahrräder werden über den stationären Fachhandel abgesetzt, weitere 24 Prozent kommen über spezialisierte Online-Händler. Foto: Boris Roessler

E-Bikes werden günstiger, Werkstätten für den Handel wichtiger: Lockt der Fahrradhandel erneut mit hohen Rabatten? Ein Ausblick.

Von Christian Ebner Montag, 16.03.2026, 17:30 Uhr

Die deutsche Fahrradwirtschaft schöpft nach einem weiteren Umsatzeinbruch im vergangenen Jahr langsam Hoffnung auf bessere Geschäfte. Erlöse von 5,85 Milliarden Euro bedeuteten 2025 einen erneuten Rückgang vom Vorjahr um 7,7 Prozent und das schwächste Umsatzergebnis seit Ausbruch der Corona-Pandemie, wie die Verbände von Industrie und Fachhandel berichten.

Die Stückzahl der verkauften Räder ging dabei aber nur leicht von 3,9 auf 3,8 Millionen zurück. Vor allem bei E-Bikes konnten die Kunden von hohen Rabatten profitieren: Hier sank der Durchschnittspreis um 3,8 Prozent auf 2.550 Euro. Herkömmliche Fahrräder kosteten wie im Vorjahr im Schnitt 500 Euro. Hier stützte der sportliche Trend zu hochwertigen Renn- und Gravelrädern den Schnitt. Die Händler sahen sich in nahezu allen Preissegmenten zu hohen Rabatten gezwungen.

Die nach Corona sprunghaft aufgebauten Lagerbestände sollen bis Ende 2026 weitgehend abverkauft sein. Immer noch liegt der Umsatz deutlich über dem Niveau vor der Pandemie (2019: 4,0 Mrd Euro). Die Fahrradbranche pendele sich auf einem stabilen Niveau ein, erklärt der Geschäftsführer des Zweiradindustrieverbands ZVI, Burkhard Stork. „Die Nachfrage nach Fahrrädern ist weniger konjunkturabhängig als oft angenommen. Insgesamt bleibt die Fahrradwirtschaft ein verlässlicher Garant für langfristige Wertschöpfung.“

Fachhandel verdient mehr beim Service

Gut zwei Drittel der Fahrräder werden über den stationären Fachhandel abgesetzt, weitere 24 Prozent kommen über spezialisierte Online-Händler. Der Verbund Service und Fahrrad (VSF) setzt vor allem Hoffnungen auf ein stärkeres Werkstattgeschäft. Bereits 2025 hätten die Teilnehmer einer Verbandsumfrage von Umsatzsteigerungen um 13,5 Prozent in diesem Segment berichtet. Die große Mehrheit plane einen Ausbau der Service-Leistungen.

In den VSF-Betrieben werden wesentlich höhere Durchschnittspreise pro Rad erzielt. Ein wesentlicher Treiber ist dabei das Dienstradleasing mit einem Umsatzanteil von knapp 42 Prozent. Mit Zuschüssen von Arbeitgebern und Abgabevorteilen greifen die Kunden häufig zu besonders teuren, gut ausgestatteten Rädern. Die Zahl der neu geleasten Diensträder war 2025 aber mit 720.000 Stück rückläufig, berichtet der Verband „Zukunft Fahrrad“. Nach dessen Einschätzung nutzen erst elf Prozent der rund 22,6 Millionen Leasing-berechtigten Menschen die Möglichkeiten.

  • E-Bike-Kauf: Worauf es beim Akku ankommt

Im Frühling startet klassischerweise die Fahrradsaison. Bei Pedelecs, die bis 25 km/h beim Treten unterstützen, ist die Auswahl riesig. Welches für einen selbst das richtige Modell ist, entscheiden die eigenen Bedürfnisse und das Fahrprofil.

Eines zum Einkaufen fahren, für den Sport im Gelände oder auf der Straße? Oder ist ein Allrounder nötig, der auch für längere Touren taugt? Das Angebot unterscheidet sich kaum noch von dem bei rein mechanischen Fahrrädern. Am besten lässt man sich im Fachhandel individuell beraten. Herzstück des Pedelecs ist neben dem Motor ist aber der Akku.

Wichtiges Wissen rund um den E-Bike-Akku

Der Akku kann am Pedelec an verschiedenen Stellen stecken. Entweder unter dem Gepäckträger, im Rahmendreieck oder er ist im Rahmen selbst verbaut.

Herzstück eines Pedelecs: Abnehmbare Akkus bieten mehr Möglichkeiten zum Laden.

Herzstück eines Pedelecs: Abnehmbare Akkus bieten mehr Möglichkeiten zum Laden. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

  • Grundsätzlich rät der ADAC zu Modellen, die aus Gründen des Diebstahlschutzes entweder leicht ab- und damit bei Fahrtende mitzunehmen sind oder verschlossen werden können.
  • Abnehmbare Akkus sind meist die bessere Wahl, weil sie mehr Möglichkeiten zum Laden bieten. Sind die Kraftriegel fest verbaut, zeigen sie sich zwar meist unauffällig im formschönen Rahmen, doch muss dann das Fahrrad selbst immer in der Reichweite einer Steckdose laden.
  • Auch das Gewicht spielt dann umso mehr eine Rolle, denn muss man das E-Bike zum Laden über Treppen getragen werden, kann ein Gewicht von etwa 25 Kilo und mehr sehr umständlich werden.
  • Für wie viel Reichweite ein Akku taugt, hängt von dessen Kapazität und den Fahrtbedingungen wie Steigung, Treteinsatz, Temperatur, Tempo, Gangwahl, Gegenwind, Beladung, Fahrergewicht oder der gewählten Unterstützungsstufe ab, zählt der ADAC auf.
  • Je nach Akkugröße reicht eine Akkuladung bei gemischter Fahrweise für ca. 50 bis rund 150 Kilometer.

Flott unterwegs - aber bitte mit guten Bremsen

Noch wichtiger als beim normalen Fahren sind wegen der Motorunterstützung und oft höheren Tempi gute Bremsen. Speziell bei hohem Körpergewicht oder häufigem Gepäcktransport rät der ADAC zu hydraulischen Felgen- oder Scheibenbremsen. Sie sind den herkömmlichen mechanischen Felgenbremsen überlegen, vor allem wenn diese aus einfachen Bauteilen bestehen. Sofern vorhanden, empfiehlt der Club ein Antiblockiersystem. Das wird seit einigen Jahren auch für E-Bikes angeboten und stelle ein echtes Plus bei der Bremssicherheit dar. (dpa/tmn)

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel