Spatenstich für Kiezkante: Mix aus Wohnen und Kreativität
Thomas Krebs (l-r), Vorstandssprecher Saga Unternehmensgruppe, Frank Gerhard Schmidt, Gründer und Vorstandsmitglied Quantum Immobilien, Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, Karen Pein (SPD), Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, und Andreas Dressel (SPD), Hamburgs Finanzsenator, beim Spatenstich. Foto: Christian Charisius/dpa
Auf dem ehemaligen Esso-Häuser-Areal entsteht bis 2029 ein neues Quartier mit geförderten Wohnungen, Hotel, Kita und Raum für Kreative. Es gibt aber auch Kritik an dem Projekt.
Hamburg. Zwölf Jahre nach dem Abriss der sogenannten Esso-Häuser ist im Hamburger Stadtteil St. Pauli der Spatenstich für das Projekt Kiezkante erfolgt. Auf dem 6.100 Quadratmeter großen Areal in unmittelbarer Nähe der Reeperbahn und des Spielbudenplatzes sollen bis 2029 ein Hotel, eine Kindertagesstätte, 169 öffentlich geförderte Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen. Geplant sind auch Räume für die Kultur- und Kreativszene.
In Abstimmung mit der Stadtentwicklungs-, der Finanz- und der Kulturbehörde sowie dem Bezirksamt Hamburg-Mitte realisieren die Wohnungsgesellschaft Saga und das Unternehmen Quantum das Bauvorhaben, das zuvor unter dem Namen Paloma-Viertel bekanntgeworden war. Zu den Kosten wurden zunächst keine Angaben gemacht.
„Spannendes Gesamtpaket“
Wegen Schwierigkeiten mit der Wirtschaftlichkeit hatte es einen jahrelangen Stillstand gegeben. 2024 kamen die Saga und Quantum ans Ruder. „Nach der langen Zeit des Stillstands wird aus der Brache im Herzen von St. Pauli nun endlich wieder ein lebendiger Ort“, freute sich Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) auf die Umsetzung. Mit dem geplanten Mix entstehe ein „ebenso starkes wie spannendes Gesamtpaket“.
„Wir schaffen hier Wohnraum für St. Pauli“, sagte Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD), die das Projekt als ein „sehr emotionales“ bezeichnete: „Ich hatte auch eine Jugendzeit und habe hier an der Tankstelle eingekauft.“ Die Kaltmieten für die Wohnungen in den sechs- bis achtgeschossigen Gebäuden sollen zwischen 7,10 Euro und 12,10 Euro pro Quadratmeter liegen.
Kritik von Initiative und Linken
Kritik äußerten die Initiative Esso-Häuser sowie die Fraktion der Linken in der Bürgerschaft. Laut der Initiative wurden die Ergebnisse einer umfangreichen Bürgerbeteiligung, zu der unter anderem frei zugängliche Dächer, eine Kletterwand, ein Skatepark und eine Nachbarschaftsgasse gehörten, „in die Tonne getreten“.
Marco Hosemann, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Linken-Fraktion bedauerte das viele Geld, die Zeit und vor allem „das Herzblut“, das in das Beteiligungsverfahren geflossen sei: „Statt des vorbildlichen Quartiers mit Begegnungsräumen entsteht nun ein seelenloses Stück Stadt.“

Die Spaten für den offiziellen Akt zum Baubeginn des Projekts Kiezkanze. Foto: Christian Charisius/dpa

Vor dem Gelände protestierten Demonstranten. Foto: Christian Charisius/dpa