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Konjunktur

Stimmung in der Chemie zieht kräftig an

Die Stimmung in der Chemieindustrie zieht an. (Archivbild)

Die Stimmung in der Chemieindustrie zieht an. (Archivbild) Foto: Uwe Anspach/dpa

Vor allem die Geschäftserwartungen sind sprunghaft gestiegen - die Branche setzt auf niedrigere Energiekosten. Der Anstieg macht auch Hoffnung für andere Wirtschaftsbereiche.

Von dpa Dienstag, 01.07.2025, 08:55 Uhr

München. Hoffnung auf niedrigere Energiepreise und Auswirkungen der staatlichen Investitionspakete haben die Stimmung in der chemischen Industrie kräftig steigen lassen. Der entsprechende Index des Münchner Ifo-Instituts stieg im Juni von minus 16,2 auf minus 8,9 Punkte. Vor allem die Erwartungen verbesserten sich massiv: Hatten sie vor einem Monat noch bei minus 5,4 Punkten gelegen, sprangen sie nun in den positiven Bereich auf 9,5 Punkte. Das sei der beste Wert seit dreieinhalb Jahren, heißt es vom Ifo. Die aktuelle Geschäftslage wird mit minus 25,7 Punkten dagegen weiter sehr negativ bewertet. 

„Besonders die geplante Senkung der Stromsteuer für die Industrie verschafft der Chemiebranche bereits spürbaren Aufwind“, sagt Branchenexpertin Anna Wolf. Die deutliche Verbesserung sei bemerkenswert. Neben der Stromsteuer könne hier auch das geplante Investitionspaket eine Rolle spielen. Auch hier würden chemische Produkte gebraucht. 

Gutes Zeichen für die Wirtschaft 

Der Anstieg bei den Erwartungen ist auch ein gutes Zeichen für andere Wirtschaftsbereiche. Die Chemie sei eine Vorlaufbranche, sagt Wolf. 

In der aktuellen Geschäftslage sieht es allerdings noch düster aus. Der Auftragsbestand wird weiterhin als äußerst niedrig eingeschätzt. Zwar stabilisiere sich die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen, dennoch planten zahlreiche Unternehmen mit einem Rückgang der Produktion und wollten Personal abbauen. 

Zwar profitierten einige Betriebe von gesunkenen Rohstoffkosten und ersten Anzeichen einer Nachfragebelebung auf internationalen Märkten. Allerdings belasteten die protektionistische US-Zollpolitik, nach wie vor hohe Standortkosten und geopolitische Unsicherheiten die wirtschaftliche Erholung der Branche. „In dieser Situation setzen die von der Bundesregierung beschlossenen staatlichen Investitionen dringend benötigte Impulse“, sagt Wolf.

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