Nächster Abgang im Kabinett: Trump setzt Justizministerin ab
Bondi soll laut Medienberichten entlassen worden sein (Archivbild). Foto: J. Scott Applewhite/AP/dpa
Schon wieder geht ein Kabinettsmitglied von Donald Trump: Nach der Heimatschutzministerin Noem ist nun für die nächste Ministerin Schluss.
Washington. US-Präsident Donald Trump setzt seine Justizministerin Pam Bondi ab. Vize-Justizminister Todd Blanche werde zunächst ihre Aufgaben übernehmen, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. „Wir schätzen Pam sehr, und sie wird eine dringend benötigte und wichtige neue Position in der Privatwirtschaft übernehmen, die in Kürze bekanntgegeben wird“, teilte Trump mit.
Bondi bedankte sich auf X bei Trump für die Zeit im Kabinett. Ihre Zeit als Ministerin sei in das mit Abstand folgenreichste erste Jahr des Justizministeriums in einer Amtszeit eines Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten gefallen.
Blanche sagte Trump zu, das Ministerium werde weiter das Gesetz durchsetzen und alles dafür tun, dass die USA sicher seien. Er lobte auf X Bondis Leistung: Sie habe das Ministerium mit Stärke und Überzeugung geführt, er sei ihr für die Führung und die Freundschaft sehr dankbar.
Gerüchte über eine Entlassung Bondis gab es bereits seit längerem. Die 60-Jährige ist bereits die zweite Ministerin, die binnen Wochen Trumps Kabinett verlässt. Zuvor musste schon Heimatschutzministerin Kristi Noem ihren Hut nehmen.
Die „New York Times“ hatte unter Berufung auf vier Personen berichtet, dass Trump in den vergangenen Tagen darüber gesprochen haben soll, Bondi zu entlassen. Er soll zunehmend frustriert über ihre Führung im Ministerium und ihren Umgang mit den Epstein-Akten gewesen sein.
Bondi für Epstein-Akten verantwortlich
Der steinreiche Finanzier aus New York, Jeffrey Epstein, hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Epstein hatte beste Kontakte in die High Society der USA und vieler anderer Länder. Er starb 2019 in seiner Gefängniszelle, was Spekulationen weiter anheizte.
Der Skandal ist mit der Veröffentlichung der Ermittlungsakten wieder in die Schlagzeilen geraten. Die US-Regierung versucht, ihn möglichst weit von der Person Trump fernzuhalten. Die per Gesetz geforderte Veröffentlichung der Ermittlungsakten fiel in Bondis Zuständigkeit. Dabei kam es zu Störmomenten. Zum Beispiel prangerten Kritiker der Regierung die vielen geschwärzten Stellen in den Akten an. Bondi verstrickte sich auch in Widersprüche rund um die Existenz einer sagenumwobenen Epstein-Kundenliste.
Bondi sollte gegen Trumps Gegner vorgehen
Trump soll laut „New York Times“ auch unzufrieden gewesen sein, dass Bondi ihr Amt nicht entschlossen genug genutzt habe, um juristisch gegen seine Gegner vorzugehen.
Trump hatte nie einen Hehl aus seinen Erwartungen an das Justizministerium gemacht. Im September etwa hatte er Bondi über die sozialen Medien direkt dazu aufgefordert, gegen Personen vorzugehen, die er als Feinde begreift. US-Präsidenten vor Trump haben traditionell großen Wert darauf gelegt, keinen Zweifel an der Unabhängigkeit der Justiz aufkommen zu lassen.
Eigentlich galt Bondi als Vertraute
Bei ihrem Amtsantritt galt die ehemalige Generalstaatsanwältin des Bundesstaats Florida als treue Vertraute des Republikaners. Trump hatte bei ihrer Nominierung für den Posten auf ihre 20-jährige Erfahrung als Staatsanwältin verwiesen. Bondi hatte Trump bereits 2019 im ersten Amtsenthebungsverfahren unterstützt.