Umfrage: Lust auf Jobwechsel lässt nach
Viele der jüngeren Leute wünschen sich, in einem möglichen neuen Job im Homeoffice arbeiten zu können. (Symbolbild) Foto: Katrin Luxenburger/dpa
Vor allem die „Generation Z“ denkt häufiger über einen Jobwechsel nach. Anders als die „Baby Boomer“. In manchen Punkten sind sich die Generationen aber einig.
Hamburg. Immer weniger Menschen in Deutschland können sich vorstellen, ihren Job zu wechseln. Das hat eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag des Karrierenetzwerks Xing ergeben. Zwei Drittel der Befragten gaben demnach an, offen dafür zu sein, den aktuellen Arbeitgeber zu verlassen (34 Prozent). Das seien so wenig wie seit fünf Jahren nicht mehr.
Besonders wechselwillig waren demnach die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der „Generation Z“. Rund 44 Prozent der Jahrgänge 1997 bis 2012 könnten sich aktuell einen Jobwechsel vorstellen. Das waren weniger als 2025 (48 Prozent) und 2024 (50 Prozent). „Gerade in den jüngeren Generationen hat die Bereitschaft zum Jobwechsel in den vergangenen Jahren abgenommen“, sagte der Xing-Arbeitsmarktexperte Julian Stahl.
„Baby-Boomer“ weniger offen
Auch bei den „Millennials“ – also den Jahrgängen 1981 bis 1996 – gaben viele an, für einen neuen Job offen zu sein (40 Prozent). Bei der „Generation X“ (Jahrgänge 1965 bis 1980) waren demnach nur rund 29 Prozent grundsätzlich wechselbereit. Bei den „Baby-Boomern“ (Jahrgänge 1946 bis 1964) gaben das dagegen nur 17 Prozent der Befragten an.
Gehalt ist den Jüngeren wichtig
Mehr als die Hälfte der Befragten aus der „Generation Z“ nannte ein zu niedriges Gehalt als einen der Hauptfaktoren für einen Jobwechsel (55 Prozent). Fehlende oder wenig Aufstiegschancen seien ebenfalls häufig genannt worden (42 Prozent), und auch Unzufriedenheit mit den aktuellen Aufgaben (39 Prozent) sowie eine generelle Lust auf Abwechslung (38 Prozent) tauchten als Gründe auf.
Für die „Boomer“ war dagegen am häufigsten ein hohes Stresslevel mit ausschlaggebend für eine Wechselbereitschaft (35 Prozent). Das Gehalt und die Führungskraft waren für die Befragten in dieser Generation ebenfalls von Bedeutung.
Sicher und sinnhaft soll es sein
Überwiegend einig sind sich alle Generationen, wenn es um die Erwartungen an einen neuen Job geht: Am wichtigsten sind den Befragten ein langfristig sicherer und sinnerfüllter Job, ein höheres Gehalt, ein gutes Führungsverhalten, flexible Arbeitszeiten sowie ein attraktiver Standort. Viele jüngere Arbeitnehmer wünschen sich zudem von einem neuen Arbeitgeber die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Für die älteren ist das laut Umfrage weniger wichtig.
„Die Beschäftigten in Deutschland reagieren auf die anhaltende Wirtschaftsflaute mit einem hohen Bedürfnis nach Sicherheit“, sagte Stahl. Das habe auch Auswirkungen auf die Jobsuche. Aber: „Viele unterscheiden offenbar sehr klar zwischen der angespannten Gesamtsituation und ihrer eigenen als stabil wahrgenommenen Arbeitssituation.“
Viele sind trotzdem zufrieden
Trotz einer grundsätzlichen Wechselbereitschaft bei vielen der Befragten ist die große Mehrheit mit ihrem Job zufrieden. Rund 84 Prozent gaben an, eher oder sehr zufrieden zu sein. Lediglich 16 Prozent gaben als Antwort, eher oder sehr unzufrieden zu sein. Um eine mögliche Kündigung sorgt sich generationsübergreifend laut Umfrage kaum jemand, rund 92 Prozent haben solche Sorgen nicht.
Für die Forsa-Umfrage wurden demnach rund 3.400 volljährige und sozialversicherungspflichtige Erwerbstätige im Januar 2026 befragt.