VNW-Verband meldet Durchschnittsmiete von 7,69 Euro
Vielen Mietern machen vor allem die gestiegenen Nebenkosten zu schaffen. Foto: Christian Charisius/dpa
Wohnungskaltmieten von zehn, zwölf oder mehr Euro sind vielerorts normal. Norddeutsche Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften liegen mit ihren Bestandsmieten deutlich darunter.
Rostock. Bei den Mitgliedsunternehmen des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) liegt die monatliche Netto-Kaltmiete für Wohnungen derzeit bei durchschnittlich 7,69 Euro pro Quadratmeter. Neue Mietverträge würden höher mit durchschnittlich 9,17 Euro pro Quadratmeter abgeschlossen, wie der Verband bei seinem 28. Managementforum in Rostock-Warnemünde mitteilte.
„Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften stellen damit einmal mehr unter Beweis, dass sie Garanten des bezahlbaren Wohnens im Norden sind. Überall dort, wo es einen Mietspiegel gibt, liegen die Durchschnittsmieten der VNW-Unternehmen darunter“, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner.
Der Verband vertritt nach eigenen Angaben in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 478 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten knapp 730.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen.
„Zweite Miete“ steigt
Den Anstieg von Neuvertragsmieten begründete Breitner mit aktuellen Bedingungen, die den Bau von Wohnungen teuer machten: „Gestiegene Baupreise, höhere Zinsen, lange Baugenehmigungszeiten und überbordende bürokratische Anforderungen machen es gegenwärtig unmöglich, ohne eine öffentliche Förderung eine Wohnung zu errichten, die anschließend zu einem bezahlbaren Preis vermietet werden kann.“
Besorgt äußerte sich Breitner über den Anstieg der Nebenkosten, der sogenannten zweiten Miete. Städtische Gebühren, Grundsteuer, Heiz- und Stromkosten seien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und umfassten inzwischen mehr als ein Drittel der Wohnkosten. Statt einer Mietpreisbremse sei vielmehr eine Nebenkostenbremse nötig. Am VNW-Managementforum in Warnemünde nahmen mehr als 340 Vorstände und Geschäftsführer von norddeutschen Wohnungsunternehmen teil.