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Ganztägiger Streik

Verdi kündigt Warnstreik bei IT-Dienstleister Dataport an

Das aktuelle Angebot sei für die Beschäftigten in dem spezialisierten Bereich zu wenig, so die Verdi-Verhandlungsführerin. (Symbolbild)

Das aktuelle Angebot sei für die Beschäftigten in dem spezialisierten Bereich zu wenig, so die Verdi-Verhandlungsführerin. (Symbolbild) Foto: Tom Weller/dpa

Verdi ruft die Beschäftigten von Dataport zu einem Warnstreik auf – mit Demonstration bis zur Staatskanzlei in Kiel. Die Gewerkschaft fordert eine Gehaltserhöhung von mindestens 7,5 Prozent.

Von dpa Mittwoch, 11.03.2026, 11:15 Uhr

Kiel. Dataport in Schleswig-Holstein steht ein Arbeitskampf ins Haus. Für Donnerstag hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten des IT-Dienstleisters aus Altenholz (Kreis Rendsburg-Eckernförde) zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Dabei wollen die Streikenden mit einem Demonstrationszug zur Staatskanzlei in Kiel ziehen.

„Bislang ist das Angebot von Dataport mit dem Abschluss des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder vergleichbar“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Sabine Kaiser. Dies sei für die Beschäftigten in diesem spezialisierten Bereich zu wenig. „Wir reden hier über viele Spezialisten, die von Softwarefirmen umworben werden“, betonte sie. 

Langfristig werde die IT-Infrastruktur des Landes leiden, wenn diese Fachkräfte abwanderten. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber bleibe jedoch deutlich hinter den Forderungen zurück. Verdi verlangt eine Gehaltserhöhung von 7,5 Prozent, mindestens jedoch 400 Euro mehr im Monat, sowie zwei zusätzliche Urlaubstage.

Verdi: Digitalminister soll Einfluss nutzen

„Politik muss verstehen, dass sie Cybersicherheit, Datenschutz und innovative Softwarelösungen im Umgang mit Bürgerinnen und Bürgern – etwa beim Online-Zugang zur Verwaltung, bei der Bearbeitung von Anträgen und anderen Leistungen – nicht zum Nulltarif bekommen kann“, betonte Kaiser. Ein funktionierender Staat erfordere digitale Souveränität und Cybersicherheit. 

Die dafür nötigen Spitzenkräfte müssten daher angemessen bezahlt werden. Hier sei Digitalisierungsminister Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei und Mitglied des Verwaltungsrats von Dataport, gefordert: Er sollte sich aktiv in die Verhandlungen einschalten und seinen Einfluss nutzen.

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