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Bundesliga

Friedls Rot besiegelt Bremens Niederlage

Für Werder-Kapitän Marco Friedl war das Spiel vorzeitig zu Ende.

Für Werder-Kapitän Marco Friedl war das Spiel vorzeitig zu Ende. Foto: Marius Becker/dpa

Werder Bremen verliert in Köln 1:3 und steht nun nur noch drei Punkte vor dem Abstiegsrelegationsplatz. Die Rote Karte für Kapitän Friedl war der Wendepunkt.

Von Thomas Eßer und Celine Frohnapfel, dpa Sonntag, 12.04.2026, 17:35 Uhr

Köln. Werder Bremen hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga das direkte Duell mit dem 1. FC Köln verloren. Beim Heim-Debüt von René Wagner als FC-Cheftrainer verloren die Norddeutschen gegen die lange in Überzahl spielenden Rheinländer verdient mit 3:1 (1:0).

Durch den ersten dreifachen Punktgewinn seit Ende Januar zogen die Kölner in der Bundesliga-Tabelle an Werder vorbei und verbesserten sich auf Rang 13. Die Bremer haben zwei Zähler weniger als der FC und drei Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz.

„Das Ergebnis tut weh. Es bringt aber nichts, jetzt draufzuhauen, wir müssen nach vorn schauen“, sagte Werder-Profi Romano Schmid: „Wir haben es nicht geschafft, in den wichtigen Phasen dagegenzuhalten.“

Vor 50.000 Zuschauern im stimmungsvollen Kölner Stadion erzielten Said El Mala per Foulelfmeter (7. Minute), Ragnar Ache (65.) und Isak Johannesson (90.+7) die Tore für Köln.

Romano Schmid traf für Werder (76./Foulelfmeter). Bremens Abwehrchef Marco Friedl sah in der 24. Minute nach einer Notbremse die Rote Karte.

Früher Elfmeter für Köln

Die Gäste erwischte einen schlechten Start: Werder-Verteidiger Olivier Deman traf Jakub Kaminski im Strafraum am Fuß und Schiedsrichter Tobias Reichel entschied ohne zu zögern auf Strafstoß.

Jungstar El Mala übernahm Verantwortung, trat an und schob den Ball souverän in die Ecke.

Werder wusste mit Ballgewinnen wenig anzufangen. Ein Distanzschuss von Marco Grüll nach einer Ecke war das einzig halbwegs Gefährliche, was Werder lange zustande brachte.

Die Kölner hingegen bemühten sich nun um Spielkontrolle. Phasenweise ließ der FC den Ball lange in den eigenen Reihen zirkulieren. Dass die Kölner immer wieder auch Fehler einstreuten, schadete ihnen nicht.

Werder-Kapitän fliegt vom Platz

Und es wurde schon schlimmer für die Bremer, deren Fans sich zu Spielbeginn bereits mit einer großen Choreografie auf das anstehende Nordderby gegen den Hamburger SV einstimmten.

Leonardo Bittencourts Rückpass auf Friedl geriet zu kurz. Ache spitzelte den Ball am Werder-Kapitän vorbei. Friedl foulte und Schiedsrichter Reichel zeigte Rot.

Werder-Coach Daniel Thioune wollte es nicht wahrhaben, beschwerte sich lautstark, doch die Entscheidung hatte auch nach VAR-Überprüfung Bestand.

Said El Mala ließ die FC-Fans früh jubeln.

Said El Mala ließ die FC-Fans früh jubeln. Foto: Marius Becker/dpa

In Unterzahl fand sich Werder häufig in der Defensive, während Köln auf das zweite Tor spielte. Vor allem El Mala mit seiner Technik und seiner Dribbelstärke sowie Ache sorgten für Gefahr.

In der Nachspielzeit verhinderte Werder-Keeper Mio Backhaus mit einer starken Parade gegen Ache das 2:0.

Auch Werder bekommt einen Elfer

Kurz nach dem Seitenwechsel feierten die Kölner Fans dann die vermeintliche Vorentscheidung. Der gerade eingewechselte Alessio Castro-Montes überwand Backhaus zum zweiten Mal an diesem Nachmittag.

Nach VAR-Eingriff nahm Reichel den Treffer wegen einer Abseitsposition aber zurück.

Kurz darauf versuchte es Werder-Profi Senne Lynen aus der Distanz. Doch FC-Keeper Marvin Schwäbe parierte überragend.

Werder kam zu selten aus der eigenen Hälfte, während sich Köln mit dem 2:0 belohnte. Ache staubte ab, nachdem Cenk Özkacar mit seinem Kopfball noch am Pfosten gescheitert war. Die Partie schien 25 Minuten vor Schluss entschieden.

Doch es wurde noch einmal spannend. Schmid brachte Werder vom Elfmeterpunkt wieder heran. Am Ende brachte der FC den knappen Vorsprung aber nicht nur über die Zeit, sondern erhöhte in der Nachspielzeit sogar noch.

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