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Bundesliga-Abstiegsduell

Wolfsburg fürchtet HSV-Fiasko gegen Werder

Die Volkswagen Arena soll gegen Werder Bremen in Wolfsburger Hand sein.

Die Volkswagen Arena soll gegen Werder Bremen in Wolfsburger Hand sein. Foto: Andreas Gora/dpa

Bilder wie gegen die Hamburger soll es nicht wieder geben: Mehr als 10.000 Gästefans in der VW-Arena. Wie viele Karten konnten die Bremer ergattern?

Von dpa Freitag, 20.03.2026, 13:40 Uhr

Wolfsburg. Grün-weiß wird dominieren - zumindest das steht schon vor dem Abstiegsduell des VfL Wolfsburg gegen den SV Werder Bremen fest. Die Fans der beiden Bundesliga-Clubs werden am Samstag (15.30 Uhr/Sky) optisch auf den Tribünen aufgrund derselben Vereinsfarben nur schwer zu unterscheiden sein.

Die Nervosität auf beiden Seiten ist groß. Und wie es scheint, beim Tabellenvorletzten aus Wolfsburg noch größer als beim Tabellen-15. von der Weser. Die Wolfsburger versuchten im Vorfeld einiges, um eine Invasion durch die Bremer Anhängerschaft zu verhindern. Bilder wie beim letzten Heimspiel am 7. März gegen den Hamburger SV (1:2) sollten sich nicht wiederholen.

Szenario wie beim Spiel gegen den HSV verhindern

Deutlich erkennbar hatten sich mehr als 10.000 Fans in den HSV-Farben blau-Weiß-Schwarz in der etwa 29.000 Zuschauer fassenden Volkswagen Arena breit gemacht. Für den HSV ein Auswärtsspiel mit Heim-Flair. Hamburger Anhänger standen dabei auch in Bereichen, die nur Heimanhängern vorbehalten sind. Das hatte für einige Unruhe auf den Rängen gesorgt.

Versuche von Werder-Unterstützern, nun an Karten für das Spiel zu kommen, blockte der VfL ab. Immerhin erweiterte der Verein das Kontingent für Gästefans von regulär 2.800 auf 3.400 Tickets. Die Bremer Verantwortlichen rechnen allerdings mit etwa 5.000 Werder-Anhängern.

Wolfsburgs Fans verschmähen ihre Lieblinge

Nicht nur in ihren Farben gleichen sich die Vereine und ihre Anhänger: Beide Fan-Lager müssen in dieser Saison ein hohes Maß an Frustrations-Toleranz aufbringen angesichts von unerfüllten Erwartungen, Niederlagenserien und Trainer-Wechseln. In Wolfsburg wurde diese Toleranz dem Anschein nach sogar schon einige Male überschritten.

Nach dem 1:2 gegen den HSV beschimpfen VfL-Fans die Spieler, verbrennen Fahnen, ein Platzsturm droht. Eine Woche später drehen die Fans nach dem 1:1 bei der TSG Hoffenheim - immerhin ein Champions-League-Kandidat - der Mannschaft den Rücken zu. „Rückhalt muss man sich verdienen“ ist auf einem Plakat zu lesen.

VfL-Trainer Hecking: „Wir sind in der Bringschuld“

Vor dem Spiel gegen den SV Werder kam es nun zu einem Treffen der Fanclubs mit VfL-Verantwortlichen, um die Einheit zwischen Team und Anhängern zu beschwören. Ihnen sei zugerufen worden, „dass der Support sicherlich da sein wird. Und das werte ich erst mal als sehr gutes Zeichen“, sagte Trainer Dieter Hecking.

Doch der 61-Jährige weiß auch ganz im Sinne von Dortmund-Legende Alfred Preißler: „Entscheidend is’ auf’m Platz“. Um die Unterstützung der Fans zu bekommen, sieht er vor seinem ersten Heimspiel seit seiner Rückkehr daher in erster Linie die Spieler gefordert: „Wir sind in der Bringschuld, und da ist die Mannschaft in der Pflicht.“

VfL Wolfsburg im Überlebenskampf

Für die Wolfsburger ist das Spiel gegen die Bremer ein Überlebensspiel: Vor dem 27. Spieltag sind sie auf einem direkten Abstiegsplatz, die Bremer mit vier Punkten mehr auf dem rettenden Rang 15. Ein Sieg des VfL ist Pflicht, durch eine Niederlage würde der Abstieg aus der Bundesliga nach 29 Jahren gefährlich nahe rücken.

Natürlich sei der Druck groß, „das können wir nicht kleinreden“, sagte Hecking vor seinem ersten Spiel nach seiner Rückkehr nach Wolfsburg. „Aber Druck sollten wir auch spüren. Es steht viel auf dem Spiel, aber ich habe großes Vertrauen in die Mannschaft.“

Thiounes Boxer-Bilanz

Sein einstiger Spieler (2002 bis 2004 beim VfB Lübeck) und heutiger Werder-Trainer Daniel Thioune gab sich ein wenig gelassener, beruhigend ist die Situation für die Bremer aber auch nicht - schon gar nicht seit dem 0:2 gegen Mainz 05.

„Als ich gekommen bin, haben wir in den ersten Runden sehr viel einstecken müssen, haben dann aber auch zwei Runden lang ausgeteilt“, beschrieb der 51-Jährige im Boxer-Jargon seine Bilanz von vier Niederlagen und zwei Siegen seit seinem Amtsantritt in Bremen Anfang Februar. „Mainz war dann wieder eine Runde, in der wir nicht gepunktet haben – und jetzt kommt in Wolfsburg die nächste. Entschieden ist aber auch dann noch nichts.“

Hofft mit dem VfL Wolfsburg auf die Wende gegen den SV Werder: Trainer Dieter Hecking (Archivbild)

Hofft mit dem VfL Wolfsburg auf die Wende gegen den SV Werder: Trainer Dieter Hecking (Archivbild) Foto: Uwe Anspach/dpa

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