Viel Schnee sorgt für Stau, Blechschäden und S-Bahn-Pause
Schneeschippen auf dem Rathausmarkt. Auf Straßen und Gehwegen hatte die Stadtreinigung viel zu tun. (Archivfoto) Foto: Christian Charisius/dpa
In Hamburg haben Schnee und Glätte den Verkehr erneut ausgebremst. Rund um den Elbtunnel erwischt es mehrere Lastwagen. Auch S-Bahnen und Züge legten Zwangspausen ein.
Hamburg. Teils intensive Schneefälle haben zu Wochenbeginn in Hamburg auf den Straßen und im Nahverkehr für Behinderungen gesorgt. So waren in und vor dem Elbtunnel mehrere Lastwagen liegen geblieben, es gab Blechschäden und auch die S- und Regionalbahnen in Hamburg fuhren nicht wie gewohnt. Wer - mit welchem Verkehrsmittel auch immer - in der Hansestadt unterwegs war, brauchte aufgrund des Winterwetters viel Geduld.
Lastwagen bleiben im und hinter dem Elbtunnel liegen
Am frühen Morgen gab es wegen Schnee und Glätte Schwierigkeiten auf der A7 in beiden Richtungen und auf der B75 bei Wilhelmsburg, wie eine Sprecherin der Verkehrsleitzentrale sagte. Dort war ein Sattelzug ins Rutschen geraten. Er kam dort nicht weiter vorwärts und blockierte für einige Zeit einen Fahrstreifen. Auf der A7 rund um den Elbtunnel waren mehrere Lastwagen liegengeblieben - einer sogar direkt im Tunnel - oder ins Rutschen geraten. „Ein Lastwagen bei Heimfeld in Richtung Süden stand quer. Es war nicht gesperrt. Aber deshalb dauerte es eben.“
Zudem war auf der A7 bei Marmstorf ein Lkw-Fahrer gegen die Leitplanke gerutscht und hatte sich dabei den Tank aufgerissen. Der Diesel war deshalb auf einer Länge von 100 bis 200 Metern auf den Fahrbahnen verteilt. Die Autobahn in Richtung Niedersachsen blieb für Reinigungs- und Bergungsarbeiten gut vier Stunden gesperrt. Der Verkehr wurde unkompliziert über die A261 umgeleitet.
Auch im Stadtgebiet hatte es mehrfach gekracht, wie die Sprecherin weiter sagte. „Aber es waren keine Riesen-Unfälle. Wir reden hier nur von Blechunfällen.“
Wetter wirbelt Fahrpläne durcheinander
Im S-Bahn-Verkehr in Hamburg kam es aufgrund der Witterungsverhältnisse zu Einschränkungen. So fuhr die Linie S1 zwischen dem Flughafen und Blankenese im Zehn-Minuten-Takt und zwischen Ohlsdorf und Poppenbüttel fuhren S-Bahnen im Pendelbetrieb. Die Linie S2 fällt aus, es wird auf die S7 verwiesen.
Auch im Fern- und Regionalverkehr war Geduld nötig. Wegen zugewehter und eingefrorener Weichen gab es Einschränkungen und Ausfälle auf der Strecke Hannover-Uelzen-Hamburg. Einschränkungen gibt es einem Sprecher zufolge auch auf der Strecke Berlin-Hamburg. Nach Angaben des Bahnunternehmens Metronom fielen zeitweise auch im Regionalverkehr Züge aus: Betroffen waren etwa die Strecke Hamburg - Uelzen des RE3 und der RB31.
Am Hamburger Flughafen gab es kaum Einschränkungen und der Betrieb lief stabil. Flächen und Pisten würden geräumt und Flugzeuge enteist, sagte eine Sprecherin. Nach einer Übersicht auf der Internetseite des Flughafens wurden heute bislang nur vereinzelt Abflüge gestrichen – etwa nach München, Zürich und Kopenhagen.
Die Hamburger Stadtreinigung war seit kurz nach Mitternacht zu ihrem 12. Volleinsatz unterwegs. Sie sorgte mit 728 Einsatzkräften und 360 Fahrzeugen für geräumte Straßen, Gehwege, Bushaltestellen und Fußgängerüberwege.
Diakonie: Winternotprogramm sollte ganztags geöffnet sein
Unterdessen hat die Diakonie angesichts von Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt eine ganztägige Öffnung des Winternotprogramms gefordert. „Bei dieser Wetterlage ist der Aufenthalt im Freien für die rund 3.800 obdachlosen Menschen in Hamburg mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Da viele der Betroffenen unter Vorerkrankungen leiden, führen bereits vermeintlich einfache Virusinfektionen häufig zu schweren Komplikationen“, teilte die Diakonie mit.
Die Öffnungszeiten der Einrichtungen mit ihren insgesamt mehr als 700 Plätzen sind aktuell morgens bis 11.30 erweitert. Am Nachmittag öffnen sie wieder um 15.00 Uhr. Die Diakonie begrüßt diese Ausweitung, hält jedoch eine ganztägige Öffnung der Unterkünfte für erforderlich. Derzeit müssten die Betroffenen die Räumlichkeiten trotz Nässe und Kälte für mehrere Stunden am Tag verlassen.

In Hamburg gab es am Morgen viel Neuschnee. Der Winterdienst hatte viel zu tun. Foto: Bodo Marks/dpa

Auf den Straßen brauchten die Autofahrer deshalb viel Geduld. Foto: Bodo Marks/dpa

Gehwege, Bushaltestellen und wichtige Straßen - die Stadtreinigung war mit 360 Fahrzeugen im Einsatz. Foto: Christian Charisius/dpa

Und mit der Schneeschippe. Foto: Bodo Marks/dpa

Auf der Elbe haben sich Eisschichten gebildet. Foto: Bodo Marks/dpa