Zoll geht gegen Schwarzarbeit vor - Sechs Männer verhaftet
Bei einem Einsatz gegen Schwarzarbeit haben Ermittler auch größere Mengen Bargeld beschlagnahmt. Foto: Hauptzollamt Köln/dpa
Durch Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung sollen mehrere Unternehmen aus der Logistikbranche den Staat um 34 Millionen Euro geprellt haben. Nun schlug der Zoll zu.
Köln. Wegen des Verdachts der Schwarzarbeit sind Staatsanwaltschaft und Zoll gegen mehrere Transportunternehmen aus dem Logistikbereich vorgegangen. Dabei hätten seit den frühen Morgenstunden mehr als 560 Einsatzkräfte 55 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht, teilten die Staatsanwaltschaft Köln und das Hauptzollamt Köln mit. Gegen sechs Männer im Alter zwischen 34 und 45 Jahren wurden Haftbefehle vollstreckt.
Der Großteil der durchsuchten Wohnungen und Büros lag im Kölner Raum, es seien aber auch Adressen in anderen Städten von Nordrhein-Westfalen sowie in Hessen, Bayern, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Berlin darunter.
Waffen, Gold und Bargeld beschlagnahmt
Insgesamt richten sich die Ermittlungen den Angaben zufolge gegen 38 Personen. 14 von ihnen werden verdächtigt, Arbeitnehmer nicht oder nicht korrekt zur Sozialversicherung angemeldet und Schwarzlöhne ausbezahlt zu haben. Der geschätzte Schadensbetrag beläuft sich auf 34 Millionen Euro. Es seien aber auch Vermögenswerte von mehr als 30 Millionen Euro blockiert worden, darunter Gold und Bargeld, sagte Sinan Sengöz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln.
Im Schwerpunkt gehe es um Wirtschaftskriminalität, doch seien bei den Durchsuchungen auch Waffen sichergestellt worden, sogar ein Maschinengewehr, sagte Sengöz. „Wir werden nun sämtliche sichergestellten Unterlagen und Gegenstände auswerten und dann am Ende eine umfassende Bewertung der Beweislage ausführen.“ Alles sei noch im Ermittlungsstadium.