Zweimal Lebensgefahr: Teenager und Frau stürzen in Hamburg auf die Gleise
An zwei S-Bahnhöfen kam es am Samstag zu Zwischenfällen. (Symbolbild) Foto: Rabea Gruber/dpa
Gleich zweimal musste die Bundespolizei am Sonnabend an Hamburger S-Bahnhöfen ausrücken. Ein betrunkener Teenager und eine abgelenkte Frau gerieten in lebensgefährliche Situationen – und hatten jeweils Glück im Unglück.
Hamburg. Der erste Zwischenfall habe sich am Sonnabendmorgen gegen 0:07 ereignet, berichtet die Bundespolizeiinspektion Hamburg. Demnach habe ein 17-Jähriger am S-Bahnhof Diebsteich mitten im laufenden Betrieb die Gleise betreten. Der Grund klingt banal: Der Jugendliche hatte zu viel getrunken. Er habe sich übergeben müssen, räumte der 17-Jährige später ein. Weil er andere Reisende damit nicht belästigen wollte, sei er in den Gleisbereich gegangen, um sich im Grünstreifen dort zu erleichtern. Dass er dabei die stromführende Schiene übertrat, die 1.200 Volt Gleichstrom führt, sei ihm nicht bewusst gewesen.
Ein aufmerksamer Fahrgast habe Alarm geschlagen. Die Bundespolizei ließ daraufhin den Strom abschalten und die Strecke sperren. Erst als sichergestellt war, dass sich niemand mehr im Gleisbereich befand, ging der Betrieb weiter. Den 17-Jährigen erwartet nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.
Frau ist abgelenkt – und landet hinter einer S-Bahn
Nur wenige Stunden später, gegen 11.37 Uhr, der nächste Schreck: Diesmal am S-Bahnhof Reeperbahn. Eine 44-Jährige sei am Gleis unterwegs gewesen und habe in ihre Bauchtasche geschaut. Sie sei dann abrupt umgedreht und sei dann in den Gleisbereich hinter einer abfahrbereiten S-Bahn gestürzt. Mitreisende hätten sofort reagiert. Sie hätten der Frau auf den Bahnsteig geholfen und den Zugführer durch Handzeichen auf die Situation aufmerksam gemacht. Die S-Bahn sei nicht losgefahren und die Strecke sei gesperrt worden, bis klar war, dass sich nicht noch mehr Menschen im Gleisbereich befanden.
Die 44-Jährige zeigte sich laut Polizeibericht zunächst sehr unkooperativ und habe dann angegeben, Schmerzen im Rippen- und Oberschenkelbereich zu haben. Ein Rettungswagen brachte sie ins Krankenhaus. Auch gegen sie läuft nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.
Polizei warnt vor Aufenthalt im Gleisbett
“Der Aufenthalt im Gleisbereich ist lebensgefährlich und verboten!“, mahnt Polizeisprecher Woldemar Lieder. Triebfahrzeugführer von Zügen könnten nicht ausweichen und die Bremswege seien oftmals zu lang, um ein Erfassen von Personen im Gleisbereich noch zu verhindern. Weiter heißt es von ihm: „Häufig gefährden sich Personen in den Gleisen durch ihr leichtsinniges Verhalten nicht nur selbst, sondern auch Reisende und Helfer.“ (dh/pm)
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