UPDATE
24.04.2020, 05:55
Feuer vernichtet landwirtschaftliches Anwesen in Kutenholz

KUTENHOLZ. Ein landwirtschaftliches Anwesen in Kutenholz ist in der Nacht zu Freitag niedergebrannt. Die Bewohner konnten sich in letzter Minute retten. 130 Freiwillige aus sechs Feuerwehren kämpften bis zum Morgengrauen gegen die Flammen.


(Letztes Update am 24. April um 8.51 Uhr: Bildergalerie hinzugefügt.)

Gegen 2.20 Uhr klingelte beim Kutenholzer Ortsbrandmeister Danny Waltersdorf das Telefon. „Mein Haus brennt“, sagte die Frau am anderen Ende der Leitung. Wenige Augenblicke später löste auch schon sein Funkmeldempfänger aus. Nachbarn hatten einen Notruf bei der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle abgesetzt. Die Feuerwehren aus Kutenholz, Mulsum und Aspe rückten aus. Im weiteren Verlauf des Einsatzes kamen auch die Feuerwehren aus Fredenbeck, Essel und Bremervörde hinzu. 130 Freiwillige waren vor Ort.

Der Feuerschein war aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen. Meterhoch schlugen die Flammen aus dem Dachstuhl. Offenbar hatte der Brand schon einige Zeit unbemerkt gewütet. Zunächst stand der etwa 40 mal 20 Meter große Scheunenteil des Hauses in Flammen. Rasch griff das Feuer auch auf den Wohnbereich über. Die Bewohner konnten sich in letzter Minute selbst aus dem brennenden Gebäude retten. Sie kamen mit dem Schrecken davon, konnten an der Einsatzstelle von den Rettungskräften betreut werden.

Die Unterstützung kommt von oben: Auch aus dem Korb der Drehleiter der Feuerwehr Bremervörde wird gelöscht.

Hecken und Bäume erschweren Löscharbeiten

Von mehreren Seiten bekämpften die Feuerwehrleute unter der Führung des Kutenholzer Ortsbrandmeisters Danny Waltersdorf den Brand. Sie verlegten etliche Hundert Meter lange Leitungen zu Hydranten. Auch die Drehleiter der Bremervörder Feuerwehr kam zum Einsatz. Der Gebäudekomplex ist verwinkelt, an der Rückseite befinden sich mehrere Anbauten. Hohe, dicht bewachsene Hecken und große Bäume erschwerten den Freiwilligen den Zugang. Um mit der Drehleiter effektiv arbeiten zu können, mussten die Feuerwehrleute erst einige Äste absägen.

Nach einer Stunde war das Feuer weitgehend eingedämmt. Inzwischen waren Teile der hölzernen Dachkonstruktion der Scheune eingestürzt. Die Rauchentwicklung war enorm, unter schwerem Atemschutz gingen die Freiwilligen vor. Immer wieder loderten Glutnester auf und mussten abgelöscht werden. Mit einer Wärmebildkamera kontrollierten die Feuerwehrleute die Ruine. Die Scheune ist komplett zerstört, der Wohnbereich nicht mehr bewohnbar. Gemeindebrandmeister Sven Dammann bezifferte den entstandenen Sachschaden auf 180.000 Euro.

Die Führungskräfte besprechen sich: Ortsbrandmeister Danny Waltersdorf aus Kutenholz hat die Einsatzleitung inne.

Gefahrenquelle Stromleitungen

Gefährlich war die Situation zeitweise, weil durch den Brand in Mitleidenschaft gezogene Stromleitungen von der Decke hingen. Als sie in Kontakt mit dem Löschwasser kamen, knallte und zischte es. Kleine Brände entzündeten sich. Nur aus gebührendem Abstand konnten die Feuerwehrleute den Löscheinsatz fortsetzen, ansonsten hätte Lebensgefahr bestanden. Mitarbeiter des Netzbetreibers und eines Leitungsbauers klemmten die Strom- und Gasanschlüsse schließlich ab. Dazu mussten sie erst einmal mit einem Bagger im Erdreich an der Straße nach den Leitungen suchen.

Der Einsatz dauert voraussichtlich bis in die Nachmittagsstunden. Verletzte waren nicht zu beklagen. Die vorsorglich alarmierten Notfallsanitäter des hauptamtlichen Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes aus der Bargstedter Rettungswache mussten nicht eingreifen. Die Absicherung des Großeinsatzes übernahmen später die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Rotkreuz-Bereitschaft aus Stade. Eine weitere gute Nachricht: Die Feuerwehrleute konnten zwei Katzen aus den Flammen retten, teilte Danny Waltersdorf mit. Sie waren augenscheinlich unversehrt.

Das Gebäude ist nicht mehr nutz- und bewohnbar: Aus der Drehleiter-Perspektive wird das Ausmaß des Feuers deutlich.

Brandursache ist unklar

Wie es zu dem nächtlichen Feuer gekommen ist, blieb unklar. Beamte des Einsatz- und Streifendienstes sowie der Tatortgruppe der Stader Polizeiinspektion haben die Spuren des Brandes dokumentiert und die Ermittlungen zur Ursache aufgenommen. Weitergehende Erkenntnisse werden jedoch erst nach den Recherchen der Brandermittler der Polizei zu erwarten, die in den kommenden Tagen anlaufen werden. Zeugen, die etwas Verdächtiges bemerkt haben, können sich unter der Rufnummer 0 41 41/10 22 15 bei den Beamten melden.

Die Gemeinde Kutenholz ist seit Freitagnacht um eine Brandruine reicher. Nach mehreren Großfeuern in den vergangenen Jahren stehen unter anderem an der Neuen Straße und am Ostlandring niedergebrannte Gebäude, die viele im Ort als Schandflecke ansehen.

Im Notfall 112

„Im Notfall sollte immer die Notrufnummer 112 gewählt werden“, betont der Kutenholzer Ortsbrandmeister Danny Waltersdorf im Hinblick auf die Erfahrung in der Brandnacht. „Nur dann kann die Rettungskette schnell in Gang gesetzt werden“, betont der Feuerwehrchef. Die Feuerwehrhäuser der Freiwilligen sind in der Regel nicht besetzt und auch über Privatanschlüsse ist eine Erreichbarkeit nicht immer gegeben.

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