16.07.2018, 00:00
Zwei Erntehelfer in der Elbe vermisst

HOLLERN-TWIELENFLETH. Mit einem Großaufgebot von 100 Rettungskräften haben Feuerwehr, Deutsche Lebensrettungsgesellschaft und Polizei am Sonntagnachmittag vergeblich nach zwei Erntehelfern gesucht.


Die beiden Männer sollen Zeugenaussagen zufolge beim Schwimmen in der Elbe in der Gemeinde Hollern-Twielenfleth untergetaucht und nicht wieder an die Wasseroberfläche gelangt sein. Sie sind wahrscheinlich bei starker Strömung in dem Fluss ertrunken. Fünf rumänische Erntehelfer, die auf einem nahegelegenen Obsthof arbeiten, waren am Sonntagnachmittag zusammen am Bassenflether Strand. Nach einem Bad in der Sonne wagten sich drei von ihnen in die Elbe. Sie sollen im Wasser herumgetollt und Faxen gemacht haben, berichteten Zeugen. Einer von ihnen kam nach einiger Zeit wieder ans Ufer, zwei waren plötzlich verschwunden. Ihre beiden an Land sitzenden Kollegen und zwei Angler wollen gesehen haben, dass die Männer untergetaucht sind, aber nicht wieder nach oben kamen.

„Sie waren einfach verschwunden“, sagte Ortsbrandmeister Thomas Franz von der Feuerwehr Hollern-Twielenfleth. Unter seiner Führung begann um 17.30 Uhr eine Suchaktion mit 100 haupt- und ehrenamtlichen Helfern von beiden Elbseiten. Die Stader Leitstelle alarmierte die Feuerwehren Hollern-Twielenfleth, Grünendeich, Stade, Jork, Borstel und Wedel sowie die Ortsgruppen Horneburg-Altes Land, Stade, Buxtehude und Wedel der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Zur Koordination des Funkverkehrs an der Einsatzstelle rückte der Fernmeldezug der Stader Kreisfeuerwehr mit dem Einsatzleitwagen II an, in Schleswig-Holstein richtete sich die entsprechende Einheit der Pinneberger Kreisfeuerwehr ein. Die Wasserschutzpolizei schickte Boote aus Stade und Hamburg, Einsatzkräfte der Stader Polizeiinspektion unterstützten die Suche an Land.

Kaum noch Hoffnung

Aus der Luft half die Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph 29 vom Hamburger Bundeswehrkrankenhaus. Zwischenzeitlich landete der Helikopter auf dem Deich am Leuchtturm. Die Ehrenamtlichen von Feuerwehr und DLRG suchten das Ufer vom Bassenflether Strand bis zum Twielenflether Schöpfwerk ab und durchkämmten die Insel Lühesand. Sie fuhren mit ihren Booten über die Elbe und setzten Sonargeräte und Grundangeln ein. Über die Leitstelle angeforderte Strömungsberechnungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gaben Aufschluss darauf, wie weit die Erntehelfer abgetrieben sein könnten.

An sechs Stellen gingen Taucher ins Wasser. Doch von den Vermissten fehlte jede Spur. Vorsorglich waren eine Notärztin des Stader Elbe Klinikums sowie Mitarbeiter des hauptamtlichen Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes und ehrenamtliche Kräfte der Bereitschaft der Johanniter-Unfallhilfe vor Ort. Vom Anleger an der Kaffeeklappe begleiteten sie die Suche. Wirt Ralf Exner stellte kurzerhand Getränke bereit.

Nach drei Stunden brach Ortsbrandmeister Thomas Franz den Einsatz ab. Die Chance, die Männer noch lebend zu finden, ging gegen Null. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass sie ertrunken sind“, sagte der Feuerwehrchef. Die Einsatzkräfte hätten alle in Frage kommenden Bereiche abgesucht. Wahrscheinlich liegen die Leichen auf dem Grund der Elbe. Bei den starken Strömungen in dem Fluss fällt es selbst geübten Schwimmern schwer, sich länger über Wasser zu halten.

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