21.12.2019, 18:30
Gruppe junger Leute greift Sanitäter in Buxtehude an

BUXTEHUDE. Eine Gruppe junger Leute hat am Freitagabend vor dem Freizeithaus am Geschwister-Scholl-Platz in Buxtehude einen 28-jährigen Rettungssanitäter angegriffen. Sie beleidigten und attackierten den Mann, der verletzt ins Krankenhaus kam und bis auf Weiteres dienstunfähig ist.


Zu der Auseinandersetzung kam es am Freitagabend um kurz vor 20 Uhr. Der Rettungssanitäter aus der Buxtehuder Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes war mit einem Kollegen im Freizeithaus am Geschwister-Scholl-Platz im Einsatz, weil die Mitarbeiter ein junges Mädchen mit dem Verdacht auf Alkoholvergiftung aufgegriffen hatten. Die Retter versorgten die Jugendliche im Obergeschoss, als sich nach TAGEBLATT-Informationen ungefähr zehn junge Männer in das Geschehen einmischten. Sie beleidigten die Einsatzkräfte, die daraufhin die jungen Leute aufforderten, den Raum zu verlassen und den Einsatz nicht weiter zu stören. Erst als sich Betreuer aus dem Freizeithaus einmischten, verschwanden die Störenfriede – vorerst. Sie gingen vor die Tür und trafen sich dort mit weiteren jungen Erwachsenen.

Dort warteten sie offenbar auf die Rettungskräfte. Als sie das Freizeithaus verließen, umringten sie das Duo. Der 28-jährige Rettungssanitäter forderte die inzwischen rund 20-köpfige Gruppe auf, Abstand zu halten. Da begannen die jungen Männer, den Retter umher zu schubsen, auf ihn einzuschlagen und ihn zu treten. Ihm gelang es noch, in letzter Minute einen Notruf abzusetzen, sodass Verstärkung alarmiert werden konnte. Erst als die Beamten des Buxtehuder Polizeikommissariates und weitere Retter eintrafen, ließen die Angreifer von dem 28-Jährigen ab und ergriffen die Flucht. Sie entkamen der Polizei, die sofort eine Fahndung eingeleitet hatte.

Der Rettungssanitäter kam nach der medizinischen Erstversorgung ins Krankenhaus. Die Untersuchungen ergaben Wunden und Prellungen, unter anderem im Bereich der Rippen. Der 28-jährige Verletzte steht unter Schock und ist bis auf Weiteres dienstunfähig. Sein Teamkollege kam mit dem Schrecken davon.

Der Sprecher der Polizei, Rainer Bohmbach, bestätigte am Sonnabend auf TAGEBLATT-Nachfrage den Vorfall. „Wir ermitteln unter anderem wegen Widerstands gegen Rettungskräfte“, erklärte er. Passanten sollen Zeugen des Angriffs geworden sein. Sie werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0 41 61/ 64 71 15 beim Buxtehuder Polizeikommissariat zu melden. Die Ermittler haben den Worten Rainer Bohmbachs zufolge bereits Hinweise auf einen Drahtzieher der Attacke, gegen ihn laufen Ermittlungsverfahren.

Der Geschäftsführer des Kreisverbandes Stade des Deutschen Roten Kreuzes, Uwe Lütjen, und der Leiter des Rettungsdienstes, Martin Lobin, zeigten sich am Sonnabend gegenüber dem TAGEBLATT tief betroffen von dem Übergriff. „Der völlig grund- und sinnlose Angriff wird von uns auf das Schärfste verurteilt. Der DRK-Kreisverband Stade als Arbeitgeber sagt den betroffenen Kollegen jegliche Unterstützung zu und hofft auf baldige Genesung des verletzten Rettungssanitäters“, heißt es in einer ersten Stellungnahme.

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